Varroamilbe bekämpfen:
Naturnahe Strategien zur Behandlung von Varroa

Inhalt:
– Varroabehandlungsmethode FLOD
– Kleinzellen-Praxis

Neue Varroabehandlungsmethode FLOD.
Flod- steht für Friederikes 
Lavendula-Od

Vorweg möchte ich betonen, dass ein Ungeziefer niemals ausgerottet werden kann, auch durch Abtötung mittels eines chemischen Produktes gelingt das nicht. Man kann es aber mit natürlichen Mitteln dezimieren, irritieren und fernhalten, um dem Schaden entgegenzuwirken. Das gilt auch bei der Varroamilbe, die der Honigbiene so zusetzt, sie schwächt und zum Völkertod führt.  Auf diesem Prinzip der Verdrängung baue ich auf.

Die Forschung hat die Milbe so gründlich durchleuchtet, dass man all ihre Funktionen und Schwächen kennt, die ich mir mit meiner Gegenmassnahme zu Nutze mache.

Die Varroamilbe ist ein Spinnentier und hat  Schwachstellen, an denen man sie erwischen kann. Zum ersten orientiert sie sich nur mit dem Tast-und Geruchssinn. Augen hat sie keine. Also kann man hier nur mit einem Fremdgeruch irritierend und vertreibend ansetzen. Zum zweiten reagiert ihr Chitinpanzer auf Oel verletzlich, womit sich eine Strategie ersinnen liesse.

Meine Überlegungen gingen von jeher dahin, dass es etwas Natürliches geben muss, um die Milbe durch irgend einen für sie abstossenden Duft von den Honigbienen fernzuhalten. Der Vertreib der Milbe durch ätherische Öle ist nicht neu, neu aber sind meine Anwendungen. Meine Wahl fiel auf Lavendel, weil dieser Blütenduft den Bienen bekannt, sie beruhigt und für unsere Breiten  naheliegend ist. Die Behandlungsmethode ist bienenverträglich, biologisch, leicht durchführbar, kostengünstig und erfolgversprechend  und  bestärkt mich, mit dem bereits erzielten Erfolg, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Flod-Methode kann auf der ganzen Welt durchgeführt werden, da Lavendel in der Natur auf allen Kontinenten vorkommt.

Ich möchte das hier allen interessierten Imkern zugänglich machen, damit ich durch ihre Nachahmung Unterstützung finde und wir gemeinsam den Honigbienen gegen den Parasiten auf biologischer und preisgünstiger Basis helfen können, in der Zuversicht und Gewissheit auf Erfolg.

Meine Strategie ist folgende: die Honigbienen selbst sollen durchs ganze Jahr periodisch durch meine Anwendungen dezent und bienenverträglich nach Lavendel riechen. Ein Lavendel-Od-Mantel soll ihnen stets anhaften, nur so kann eine Behandlung mit natürlichen ätherischen Düften dauerhaft wirksam sein! Dieser Gesichtspunkt ist bisher bei der Varroabekämpfung nicht berücksichtigt worden. Hingegen soll nicht die ganze Beute dauerhaft nach Lavendel riechen. Der den Bienen eigene Stockduft muss erhalten bleiben.

Behandlung im Modus von vier verschiedenen, miteinander harmonisierenden Anwendungen.

Erste Anwendung das Sprühen:

Man nehme eine gute Sprühflasche, die in jeder Stellung funktionstüchtig ist. Auf einen Deziliter Wasser kommen nur drei-fünf Tropfen reines <Lavendel fein> von Farfalla. Auf einen Liter sind es dreissig-fünzig Tropfen. Pro Volk wird Wabe um Wabe von oben schräg nach unten rassig besprüht. Pro Seite, je nach Bienenbesatz,  drei-fünf Sprühwolken. Auch die Wände werden, falls Bienenbesatz vorhanden, besprüht. So verfährt man nur im Brutraum alle 14 oder 21 Tage im Wiederholrhythmus. Nach Dr. Pia Aumeier habe ich die Kippkontrolle bei den Völkern eingeführt. Das ermöglicht das Sprühverfahren auch von unten in die Wabengassen durchzuführen. Dazu nehme man zwei Randwaben vorher heraus, diese werden vorher schon besprüht, so hat man mehr Spielraum die Gassen zu öffnen und hinein zu sprühen. Das verhindert zum einen eine Verletzungsgefahr der Königin, andrerseits kommen keine Spritzer in das Gelege, da die Zellen mit der Oeffnung leicht nach oben angelegt sind. Auch ist der Zeitaufwand kürzer. Für den Imker wirkt es sich günstig aus, wenn er den astrologischen Kalender für den Eingriff berücksichtigt. Erfahrungsgemäß  benötigt man einen knappen dl. Flodwasser pro Volk auf 10 Waben. Die Sprühanwendungen erfolgen so lange im Jahr, wie es die Temperaturen zum Öffnen des Bienenstockes erlauben. Ich habe von Mai bis Oktober zwölf Sprühungen machen können.

Zweite  Anwendung: Flod-Mittelwandzubereitung

Wer sein Wachs verkaufen will, sollte diese Massnahme weglassen. Dem geschmolzenen Wachs zur Flod-Mittelwandherstellung gibt man auch Lavendelöl  bei. Da Wachs ein guter Träger für Duftstoffe ist, benötigt man hier ein anderes Verhältnis. 5- 10 Tropfen pro 1 Kg. Wachs.  Diese leicht duftenden Mittelwände können überall eingesetzt werden, im Brut- sowie im Honigraum. Da die Mittelwände von Bienen überbaut werden, ist kein konstanter Lavendelduft in der Beute, aber die Milbe wird den Duft im Grund der Zelle dennoch wahrnehmen. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass Lavendelextrakt kein Gift ist und somit das Wachs nicht belastet. Ausserdem ist diese Untermischung so schwach bemessen und da sie sich auch wieder verflüchtigt, wird die Beimischung wahrscheinlich kaum nachweisbar sein.

Dritte Anwendung: Kräuterbeilage

Nach einigen Besprühungen  lege ich im Hochsommer, wenn möglicherweise die Milbenbelastung am grössten ist, ein frisches Büschel Lavendelkraut unter die Abdeckfolie auf die Wabenrähmchen. In fernen Ländern wird das mit spezifischen einheimischen Pflanzen zum Vertreiben der Milbe auch so gehandhabt. Diese Massnahme ist nicht zwingend, kann aber die Milbe schon vorzeitig beeinflussend verdrängen und auf Abstand halten, ehe sie sich niederlassen möchte. Beobachtend sah ich, dass Bienen die frischen Blattnadeln zernagen und rausschleppen, oder sie umhüllen sie mit Propolis. Dabei kommt unweigerlich genug Lavendelduftkontakt an die Bienenbeine, der sie gegen Milbenbefall schützt.

Vierte Anwendung: Winterbehandlung

Diese Behandlung ist die effizienteste und wird freiwillig von den Bienen eingegangen!

Ein Futtergefäss nach dem Abräumen des Honigs mit einer Schicht Futterteig (oder kristallisiertem Honig) ausgelegt. Darauf verteilt man ein-zwei Teelöffel Honig. Diese dienen als Lockstoff. Nun belegt man die Masse mit einer Schicht getrockneter Lawendelblüten, die aber noch nicht abgezupft wurden, sondern in Aehrenform daliegen. Das Futtergeschirr wird ohne Verschlussglocke, aber mit dem Deckel verschlossen und auf die Wabenrahmen  positioniert. Die obligate Plastikfolie wird vorher mit einem Loch versehen. Darüber ist dann das Futtergefäss genau deckungsgleich aufzusetzen. Die Bienen haben so freien Zugang in das ganze Gefäss.( Die Plastikfolie kann, wenn sie gross genug ist, auch über das Futtergeschirr und Wabenrahmen ausgebreitet werden.)Ist der Futterteig aufgenommen, könnte er wieder erneuert werden, sofern es die Aussentemperaturen  zulassen. Statt Futterteig kann man auch eine konzentrierte Zuckerlösung einfüllen, die aber über eine dichtere Schicht Holzwolle, Strohhäcksel oder feinere Birkenreiser gegossen wird, damit auf dem Wühlgang durch die Lavendelblüten die Bienen  nicht ertrinken. Eine Futtertasche füllt man ja auch zu diesem Zweck mit Schwimmkörpern. Darnach sind die Lavendelblüten aber nicht mehr zu gebrauchen. Sie könnten Schimmel ansetzten.

Im Vorfrühling wird diese Anwendung wiederholt, damit ein guter Start ins neue Bienenjahr milbenfrei gelingt. Einwandfreie Lavendelblüten kann man bis zur neuen Ernte für den gleichen Zweck wieder verwerten. Es empfiehlt sich, sie vorher etwas durchzukneten,Bienen die den Zuckerteig aufnehmen möchten, wühlen sich durch die Blüten hindurch und gelangen durch Reibung freiwillig auch in einen Duftmantel, der ihnen Duftschutz gegen die Milbe verleiht. Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, wie leicht eine Duftwolke mit getrockneten oder frischen Lavendelblüten entsteht, wenn man an ihnen reibt oder drückt. Diese Art, sich bis zum Futterteig durchzuarbeiten, haben mir die Bienen selber vordemonstriert. <Ich konnte auf dem Komposthaufen Honigbienen lange zusehen, wie sie sich durch ein Blätterwerk wühlten, um auf einem entsorgten, überaltertem Apfelmus sich gütlich taten. Siehe Foto!> Lavendelblüten sind ein Jahr wirksam.

Eine Flod-Behandlung während der Zeit in der der Honigraum aufgesetzt  wird kann auch ermöglicht werden, wenn das Futtergefäss statt mit Futterteig mit eigenem letztjährigen kristallisiertem Honig gefüllt und dann mit Lavendelblüten bedeckt wird. So kommt es zu einer Milbenveringerung und zu keiner Honigverfälschung. Es erübrigt sich von selbst, die Besprühungen in dem Zeitraum weg zu lassen, oder seltener einzusetzen. Das Futtergefäss kann in einer Leerzarge unter dem Brutraum offen eingesetzt werden, oder aber in einer Leerzarge mit Abdeckfolie und geschlossenen Futtergefäss auf den Honigraum platziert werden. Eine Futtertasche im Brutraum einzusetzen mit gleichem Inhalt, wäre auch eine Option. Dazu fehlen mir noch die Beobachtungen. Die Hauptsache ist, die Bienen müssen sich durch eine leichte Schicht Lavendelblüten durchwühlen und durch den Kontakt mit den Lavendelblüten sich beduften können.

Einen frisch einlogierten Schwarm kann man ausgiebig mit Flod besprühen und gleich mit der Flod-Winterfütterung versorgen durchs ganze Jahr, denn Honig für den Imker produzieren sie noch nicht. Gedeihen aber schneller zur Hochform auf, verleiht ihm einen besonders guten milbenarmen Start! Auch ein Flugling oder ein Jungvolk sollte mit der Flod-Winterfütterung eine erste bis dauerhafte Behandlung damit erfahren. Überhaupt lässt sich immer bei notwendigen Fütterungen des Volkes, diese Flod-Winterbehandlung einsetzen. Wenn der Honigraum aufgesetzt wird, versteht es sich von selbst, diese Flod-Fütterung nur mit eigenem kristallisierten Honig anzuwenden oder abzusetzen!

Von allen ätherischen Pflanzen ist der Lavendel die ergiebigste und praktischste Pflanze in Bezug auf diese Anwendungen.

Video zur Winterbehandlung gegen die Varroamilbe: Mit dieser sehr wirksamen Flodmethode reinigen sich die Bienen von den Milben und beduften sich immer wieder aufs neue.

Alle vier Lavendelstrategien sind leicht anwendbar und kostengünstig. Es ist sinnvoll, wenn jeder Imker pro Volk einen Lavendelstrauch kultiviert. Hat er keinen Boden zur Verfügung, kann er auf dem Balkon oder vor der Haustüre in Töpfen Lavendelstöcke halten. Lavendel braucht viel Sonne und wenig Wasser. Er ist bei richtiger Pflege langlebig. Die Blüten werden erst dann zum Trocknen abgeerntet, wenn sich keine Bienen mehr am Strauch zeigen. Am besten ist, man kultiviert sie auch gleich bei dem Bienenstand, dann können die Honigbienen und andere Insekten auch vom Lavendel-Nektar-und Pollen profitieren.

Anmerkung:

Obwohl die Honigbienen den Lavendel lieben, möchten sie doch nicht, dass der Duft sie immer umgibt. Deswegen sind bei allen Anwendungen Pausen einzuhalten. Eine interessante Beobachtung lieferte mir hierzu den Beweis. Ich legte ein Lavendelstoffsäckchen auf die Wabenrahmen, wie man sie auch im Schrank zwischen die Kleider legt. Erstaunt war ich bei der nächsten Kontrolle, dass das Säckchen von den Bienen aufgebissen und nun durch ein Hosenknopf grosses Loch  der ganze Inhalt von den Bienen abgeschleppt worden war. Dauerfremdgerüche darf man ihnen also nicht aufzwingen!

 

 

 

Was sollen  diese Massnahmen, Lavendel durchs ganze Jahr angewandt, bewirken?

Das Besprühen im Abstand von 14 oder 21 Tagen ist so berechnet, dass es regelmässig einmal dem Intervall des Brutzyklus der Varroamilbe begegnet.  Das Buch: INSEKTEN BEKÄMPFEN (www.topp-kreativ.de) gab mir den Hinweis, dass man Milben mit dem Lavendelduft vertreiben kann. Offenbar verlieren sie dadurch den Orientierungssinn, der ihnen signalisieren soll, wenn eine Brutzelle verdeckelt wird. Die Milben werden verdrängt. Ihr Tod tritt  durch Grooming, Verhungern und Vertreibung ein, nicht durch Vergiftung.

Preparierte Mittelwände, die leicht nach Lavendel riechen, bilden ja den Fundus in den Zellen. Diesen neuen dort innewohnenden Duft, müssen die Milben schon frühzeitig wahrnehmen, wenn sie sich zwecks Vermehrung in den eingelagerten Futtersaft fallen lassen und darin solange verweilen, bis er von den schlüpfenden Maden verzehrt wird, um sich erst dann auf der Made festbeissen zu können. Vermutlich wirkt sich das Od störend und irritierend auf ihre Entwicklung aus. Andere Milben wandern erst in die Zelle ein, wenn die Brut verdeckelt wird. Sie orientiert sich hier an einem speziellen Duft, den die reife Streckmade absondert. Diesen Duft nehmen auch die Bienen als Zeitpunkt zum Zudeckeln wahr. Kommt jetzt die Flod-Sprühung zum Einsatz tangiert und beeinträchtigt das auch die Milbe. Das Überbauen der Mittelwand zu Waben verringert den Lavendelduft so stark, dass wir ihn nicht mehr wahrnehmen, wohl aber die hohen sensiblen Riechorgane der Varroamilbe.

Bei der Winterbehandlung beduften sich die Bienen freiwillig. In einem Futtergefäss wird der Futterteig mit Lavendelblüten bedeckt und auf der Suche nach Nahrung, reiben die Bienen mit Leib und Beinen an den Lavendelblüten  und eignen sich so den ätherischen Duft automatisch an. Siehe den Kurzfilm! Es ist gleichzusetzen, wie wenn wir im Schrank die Lavendelsäckchen gegen Motten mit Drücken und Kneten aktivieren, damit der Duft neu verströmt.

 

Wie reagiert die Honigbiene auf all diese Massnahmen der Flod-Methode nach meinen bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen?

Verblüffend gut. Die Flod-Besprühung beruhigt die Bienen sichtbar, sodass man den Rauch meistens weglassen kann. Ich gebe aber vor dem Sprühen einen Rauchstoss, damit die Bienen auf den Zellen sitzen bleiben und nicht auffliegen. Will ich doch möglichst viele Bienen besprühen. Selbst die Wächterbienen sind weniger angriffig. Nur Völker, die von Natur aus sehr aggressiv sind, verlangen gleichzeitig nach der Rauchbesänftigung. Ich hatte Bedenken, dass das Pheromon der Königin von den Arbeiterinnen nicht mehr wahrgenommen und die Volksbildung beeinträchtig wird, aber das ganze Verhalten im Volk ist intakt und harmonisch geblieben. Bisher habe ich in den behandelten Völkern nur wenige Varroazeichen erkennen können. Ich bin zuversichtlich und überzeugt auf dem richtigen Weg zu sein. Es wäre schön, weitere Imker starten den gleichen Versuch, sodass sich ein breites Ergebnis herauskristallisieren kann. Man sollte sich aber vergegenwärtigen, dass die Methode eine Vertreibung ist und kein Abtöten der Varroa. Es bewegen sich noch immer Milben unter den Bienen, aber nicht mehr in so hoher Zahl, dass ein Volk daran zu Grunde gehen kann. Laut Forschungsergebnissen wird durch ätherische Stoffe die Milbe um 80% verringert. Hatten meine Völker in anderen Jahren zahlreiche Bienen die mit defekten Flügeln draussen am Boden krochen, so begegnete mir mit dieser Methode höchst selten einmal ein Flügeldeformans. Der Oktober war immer der schlimmste Monat, wo ich an den vielen toten oder krabbelnden Bienen unter der Beute schon erkannte, welches Volk wohl den Winter nicht überleben würde. Das ist diesmal anders gewesen. Ich kam im Oktober gerade dazu, wie über die Mittagszeit, nach einer längeren Regenperiode, ein Jungfernflug der neuen Winterbienen statt fand. Es war ein Anblick der Freude dieses Getümmel mit zu erleben. Allerdings sind fünf Bienen davon fluguntüchtig gewesen und fielen hernieder und krabbelten weg. Aber diese Anzahl ist geringfügig im Verhältnis zu den anderen Jahren. Drei Stände haben bei mir einen Platten-oder Plastikmattenuntergrund, zwecks Totenfallkontrolle. Das Verhältnis von deformierten Bienenflügeln war überall unbedeutend klein im Gegensatz zu anderen Jahren.

Varroa-Puderzucker-Kontroll-Ergebnis!

Das Versuchsvolk in Zürich wurde am 17.9. Wabe um Wabe, neun insgesamt, beidseitig  mit Puderzucker übersprüht. Nach sechs Stunden habe ich die Unterlage heraus genommen und zu meiner aller grössten Freude nur vier tote Milben mit Lupe und feinem Pinsel auffinden können. Ist das nicht wunderbar?

Erst am 9. Oktober konnte ich die fünf Honigbienenvölker im Tessin dem Puderzuckertest unterziehen. Das Ergebnis ist überwältigend ausgefallen. -Der Milbenanteil auf der Unterlage war so gering, von 0-7 toten Milben pro Volk, sodass ich mich in meiner Therapie bestätigt fühlte.

Rückschlüsse

Bisher war es meine Devise, die Völker so wenig als möglich zu stören, das ist aber mit der Besprühung nicht mehr in dem Masse einzuhalten. Ich entnehme  im Brutraum  eine Randwabe und verschiebe mit der  Wabenbesprühung Wabe um Wabe, im Endeffekt den ganzen Wabenblock, sodass der leere Platz sich dann an der anderen Seite befindet.  Ist die entnommene Wabe eine Honigwabe, versetze ich sie in den Honigraum und ergänze den leeren Platz mit einer Mittelwand, eine Altwabe wird hingegen entsorgt, eine Brutwabe kommt an den ursprüngliche Ort zurück.

Im Grunde wird jeweils bei einer Anwendung etwa ein Deziliter Flod versprüht. Die Flüssigkeit kann für die Bienen im Sommer zur Klimatisierung beitragen, ansonsten müssen sie sich aufwendiger putzen und trockenventilierten. Dabei verteilen sie den Duftstoff über den ganzen Körper. Einen Nachteil konnte ich bisher nicht feststellen. Die Besprühung gibt mir immer die Gelegenheit das Volk in dieser Ruhe genau zu betrachten und durch das häufige Sprühen kann ich mehr an seiner Entwicklung teilhaben. Jedenfalls habe ich immer ein gutes Gewissen darnach, dem Volk nicht geschadet zu haben. Wahrscheinlich lassen sich Wachsmotten nicht davon abhalten und vertreiben, das muss erst noch beobachtet werden. Beim Abheben des Honigraumes werden auch die auffliegenden Bienen im Luftraum besprüht.

Einfach, biologisch, kostengünstig, ungiftig und beruhigend!

Der weitere Erfolg bleibt vorerst noch abzuwarten. Gute Anzeichen einer starken Dezimierung der Varroa haben sich bereits abgezeichnet.

Ein Kritiker könnte einwenden, Flod würde den Volksduft auflösen, das Bienenwachs verfälschen und die offene Brut beschädigen!

Wenn man die paar Lavendelöl-Essenztropfen im Wachs als eine Wachsverfälschung darstellt, so meine ich, ist das vordergründig nicht relevant. Ich kultiviere meinen eigenen Wachskreislauf und stelle das Wohlbefinden der Honigbienen über die winzige Duftmarke im Wachs.

Was die offene Brut anbelangt, wird sie von dem im spitzen Winkel ausgerichteten Flod-Sprühregen meistens nicht tangiert. Sollten kleinste Sprühtröpfchen eindringen, so geschieht das nur auf die Köpfe der Maden. Da diese aber stets umsorgt werden, werden Pflegerinnen diese abtragen. Vielleicht sind sie dort aber auch sehr wirksam? Ich konnte bisher keinen Brutverlust feststellen, stets waren bei der nächsten Sprühanwendung die Waben flächendeckend verdeckelt und neue Brutanlagen dazu sichtbar.

Die einzigen Bedenken,  den Verlust des volkseigenen Stockduftes mit der Flod-Sprühung zu zerstören wurde hinfällig, als ich beobachtete, dass alle behandelten Völker sich bestens entwickelten. Ausserdem haben die Bienen in den Sprühintervallen genug Zeit ihr Milieu zu erhalten. Hierzu lieferte mir ein Bericht von Niels Gründel in der Schweizerischen Bienenzeitung 09/2020 Seite 43. ” Ein Bienenvolk, ein Duft?” einen kleinen zusätzlichen Einblick.

Die Forscherin Cassandra Vernier/Washington fand heraus, <dass mit zunehmendem Alter Honigbienen unterschiedliche Duftprofile entwickeln. Sie verglich die kutikulären Kohlenwasserstoffprofile (CHC) am Tag ihrer Geburt, im Alter von ein, zwei und drei Wochen. Die drei Wochen alten Bienen besassen ein signifikant anderes CHC-Profil, als ihre jüngeren Geschwister. Bienen, die den Stock verlassen, kommen mit Luft, Licht, Wasser, Pflanzen und Umwelteinflüssen in Kontakt, die ihren Körperduft beeinflussen können. Hingegen die adulten Bienen, die vor dem ersten Ausflug stehen, weisen noch eine andere Duftmarke auf. Wächterbienen sind die einzigen, die die Aussendienstarbeiterinnen identifizieren müssen.> <Die meisten Bienen im Stock bemerken das gar nicht, so Yehuda Ben-Shahar, sie erzeugen kein Signal, das anderen mitteilt, ob sie dazugehören oder nicht, und das Signal ist ihnen egal, sie reagieren nicht darauf.> Ein einheitlicher Duftstoff im Volk konnte jedenfalls noch nicht herauskristallisiert werden.

-Andere Forschergruppen (Tautz) haben herausgefunden, dass Bienen sich im Stock zusammenfinden, die sich darin erkennen, den gleichen Drohn zum “Vater” zu haben. Es ist ja allgemein bekannt, dass eine Königin sich von mehreren Drohnen begatten lässt. Folglich gibt es genetisch bedingte Favoriten-Bienengruppen im Stock, die auf Grund der Duftmarke eine Einheit bilden.-

Auf Grund meiner Beobachtungen konnte sich die Königin mit ihrem Pheromon durchsetzen und so wird es wohl mit den anderen Duftmarken auch gelingen, ihr Profil zu erhalten. Der Flod-Duft baut sich innert einiger Tage wieder ab. Da Milben aber einen hochgradigen Geruchssinn haben, werden sie den Duft noch viel länger wahrnehmen, zumal er sich dann mit der Zeit auch auf den Wabenzellrändern verteilt und dort anhaftet.

Die Duftkapazitätswahrnehmung der Biene ist so viel feiner und grösser als die des Menschen und die der Milbe noch sensibler. Also sollte man mit der Dosierung sparsam umgehen. Bienen lieben die Lavendelblüten und der Duft schafft keine Abneigung dagegen, aber er darf nicht immer im Stock präsent sein. Das wäre kontraproduktiv!

Das wunderbare an der Methode ist, dass der Imker zu jeder Zeit im Jahr damit beginnen kann. Die einzige Regel für die Sprühung ist die: die Außentemperatur über 12 Grad ist bestimmend. Besser aber ist es, man wartet einen Tag mit 2o Grad ab, denn für die Verdunstung des Sprühwassers braucht es einen Energieaufwand vom Volk, dem man Rechnung tragen sollte. Das zweite Wunderbare ist: man kann sogar im Winter mit der Lavendelbehandlung bei der Fütterung beginnen. Es ist durchaus auch denkbar, dass man später die Anwendungen reduzieren kann oder noch intensivieren muss.

Zur allgemeinen Information, ich habe alle konventionellen Varroa Bekämpfungsmethoden weggelassen!

Imkerstimmen

Ein Imker meinte, ob man nicht statt zu sprühen mit einem Vaporisator das ganze Magazin einnebeln sollte, es sei doch praktischer und schneller damit getan.

Dem kann ich nicht zustimmen, denn das würde mit der Zeit zu einem Dauerduft im Stock führen. Die Bienen sollen aber wieder ihren eigenen Stockduft entfalten können. Auch will ich keine duftresistente Milbe züchten.

Eine Imkerin befürchtete, es könnte der Honig nach Lavendel schmecken.

Das geschieht bestimmt nicht, weil praktisch nur der Brutraum behandelt wird. Ausserdem ist für unsere Geruchs-und Geschmacksnerven der Flod-Duft viel zu gering. Eine Sprühung auf unsere Haut appliziert, ist schon nach einer Stunde für unsere Nase nicht mehr feststellbar.

Ebenfalls wurde eingeworfen, das diese Methode erst wissenschaftlich bewiesen werden müsste.

Hierzu liegen ja schon genügend Beweise vor, das bestimmte ätherische Düfte (Öle) wirksam zur Vertreibung der Milbe in Studien positiv getestet wurden. Was allerdings noch aussteht, ist eine siebenjährige Flod-Testphase.

Kann man das restliche Sprühwasser in der Flasche wieder verwerten, wurde gefragt.

Ja, es hat sich herausgestellt, dass die Essenztropfen kein Algenwachstum zu lassen. Allerdings verflüchtigt sich dann das Aroma etwas, was mit einem Zusatztropfen ergänzt werden kann.

Wie kam ich auf diese Flod-Behandlungsmethode und auf welche Pfeiler stützte ich mich dabei ab?

Es ist die Wissenschaft selbst, aber auch die Bienen, die mir viele Hinweise dazu gaben. Weiss der Imker überhaupt, wieso man auf die Ameisensäure kam? Ganz einfach; man beobachtete, dass sich Vögel auf Ameisenhaufen begaben und sich dort von Ameisen beissen liessen. So drang Ameisensäure in das Vogelblut, welches die Vogelmilbe im Saug-Frass wahrnahm und vom Vogel abfiel. Auf diese geniale Weise konnte sich der Vogel vom Parasiten befreien. Für die Biene ist das aber nicht so vorgesehen es gleichermassen in der Art zu praktizieren. Was für den einen stimmt, ist für den anderen artfremd. Mit dieser Methode hätte man ja die Hämolymphe der Biene mit Ameisensäure anreichern müssen. Klarer ausgedrückt, ein Bienenschwarm hätte sich auf dem Ameisenhaufen auch beissen lassen sollen!

Ein deutlicher Beweis, um mit ätherischen Düften der Milbe generell beizukommen ist der, dass in Vogelvolieren den Vögeln als Nistmaterial trockene Tagetesblüten hingelegt wurden, die sie zum Nestbau aufnahmen und beim Eierwenden oder sonstigen Nestbewegungen ihren strengen Duft an den Vogel abgaben, der die Milben an ihnen vertrieb. Auch wurden Zigarettenkippen auf Stadtgebiet in Amselnestern  gefunden, die mit Nikotin die gleiche Wirkung erzielten.  Das sind alles Beweise, dass Milben sich mit ätherischen Fremdgerüchen vertreiben lassen. Darauf baue ich hier  auf!

Das Buch:“Insekten Bekämpfen” Profitipps für ihren Haushalt, Erkennen,Vorbeugen www.topp-kreativ.de <unter Herbstmilbe> bestärkte mich,  auch bei den Bienen einen ätherischen Duftstoff in Anwendung zu bringen. Hier nun erhielt ich den Hinweis auf Lavendel, Pfefferminz und Eukalyptus. An anderer Stelle bestätigten mir wissenschaftlichen Studien, über die Anwendung  ätherischer Öle gegen die Varroamilbe im Bienenstock , ihre Wirksamkeit. Das amerikanische Labor: Thermo-Fischer sandte mir diese Forschungsberichte zu.

(  2003 Jordanien /Universität in Amman ) Agricultural and Marine Sciences, 8(1):15-20 (2003)    © 2003 Sultan Qaboos University.  Control of Varroa Mite (Varroa destructor) on Honeybees by Aromatic Oils and Plant Materials  A. Al-Abbadi1 and I.K. Nazer2*1Department of Bioagricultural Technology, Faculty of Agricultural Technology,Al-Balqa’ Applied University, Al-Salt, Jordan. 2Department of Plant Protection, Faculty of Agriculture, University of Jordan,                                                 Amman, 11942, Jordan.

 2017 Canada/ Universität in Guelph in Zusammenarbeit mit Iran/Universität von Teheran, sowie mit Libyen/Universität von Tripolis)Continuous release of oregano oil effectively and safely controls Varroa destructor infestations in honey bee colonies in a northern climate Qodratollah Sabahi1,2

• Hanan Gashout1,3 Paul G. Kelly1 Ernesto Guzman-Novoa1          Received: 31 March 2017 / Accepted: 21 July 2017 / Published online: 26 July 2017

 The Author(s) 2017. This article is an open access publication

 Dabei kamen weitere ätherischen Öle  von Salbei und Oregano  hinzu. Man setzte nur ätherische Öle ein und erreichte eine 80% Reduzierung der Varroamilbe mit unterschiedlich entwickelten Methoden und Anwendungen, die mir aber nicht genehm sind, sie wären sonst längst in der Praxis realisiert worden. Es gibt also eine ganze Reihe von ätherischen Ölen, womit die Spinnentiere (Milben) sich vertreiben lassen. Für mich lag es daher auf der Hand, es sofort mit Lavendel zu probieren, weil die Pflanze als Bienentracht mir am bienenfreundlichsten ist und auch eine beruhigende Komponente aufweist. (Siehe unter Imkerpraxis: Publikationen 2019) Lavendel gedeiht in meinem Garten und steht mir in meiner ersonnen Anwendung durchs ganze Jahr gratis zur Verfügung.

Die 40 jährige chemische Antivarroabehandlung mit Säuren werden zwar immer praktikabler, müssen aber auch immer häufiger eingesetzt werden. Der Mensch muss sich bei den Anwendungen mit Maske schützen, um sich selbst nicht zu schaden, wie viel mehr ist es für die Bienen eine Belastung, die in ihrem Leben so nicht vorgesehen ist. Ein weiser Imker mit jahrzehntelanger Imkerpraxis sagte einmal in Sales in seinem Referat. “Wir haben also eine starke Milbe gezüchtet.”

Jeder Imker trägt sich mit den gleichen Problemen um und sehnt sich nach alternativen Behandlungen, die greifen können. Hier habe ich eine neue Strategie aufgezeigt, die sicher noch nicht vollends ausgereift, aber doch bereits sehr vielversprechend und wirksam ist. Ich möchte alle Imker ermutigen versuchshalber mit einem Volk diese Flod-Methode aufzugreifen, so könnte jeder ihre Wirksamkeit erproben und mit der Zeit die Milben auf gesunder Basis reduzieren helfen. Ein Umdenken und Handeln ist höchste Zeit! Das sind wir der Honigbiene schuldig.

Wichtig zu wissen !!!

Ein milbenfreies Bienenvolk muss nicht unbedingt den Winter überleben, denn es sind noch andere unliebsame Komponenten, die ein Bien sterben lassen. Es ist die Chemie der vielen Spritzmittel; Funghizide, Pestizide, Insektizide und Herbizide, die die Potenz der Königin sowie der Drohnen herabsenken, sodass eine Königin nur noch für ein Jahr gute Eigenschaften für ein Volk aufweisen kann. Das ist ein neuer Gesichtspunkt, dem sich der Imker in der Kultivierung seiner Stöcke erneut Rechnung tragen und anpassen muss.

Was stimmt nicht mehr mit den Königinnen, den Drohnen und den Winterbienen?

Sie alle haben nicht mehr ein so langes Leben, wie das noch vor 100 Jahren der Fall war. Das ist erwiesen! Unmerklich hat sich ihre Lebensdauer und Zeugungsqualität ständig verkürzt. Grund dafür sind die Pestizide, Funghizide, Herbizide, Pestizide und Antibiotica. In der Imkerpraxis erzielt man den besten Erfolg, ein Volk zum Überleben der Wintermonate zu bringen, wenn im August noch umgeweiselt wird.  Ich selbst habe es so erlebt. Ein Volk hatte sich  noch mit einer einzigen Königinzelle ende August umgeweiselt und wurde im Februar zur Weidenblüte so stark, dass ich erweitern musste.

Diese Spätsommer-Königinnen haben so viel Potential, dass sie noch bis im Dezember Winterbienen nachziehen und schon im Februar grosse Brutflächen haben. Diese späten Winterbienen halten dann auch bis zum Honigraumaufsetzen  bei der Obstblüte im April mit ihrem Leben durch, um wiederum ein grosses Brutnest durchfüttern und warmhalten zu können. Jeder Imker wird mir bestätigen, dass er seine Völker mit reichlich Futter und stark genug eingewintert hat und wundert sich im Frühjahr, dass ein massives Volksschrumpfen eingetreten ist, die Brutflächen sind klein  und höchstens noch 3000 Bienen im Stock anwesend. Oder aber die Hälfte seiner Völker sind ohne ersichtlichen Grund gestorben, die Königin nicht einmal mehr im Zentrum des kleinen Bienenhäufchens. Die Ursache liegt eben daran, dass die Winterbienen einfach nicht mehr so lange leben. Werden es weniger Bienen können sie die Wintertraube nicht mehr warm halten. Immer mehr Bienen fallen ab und liegen am Beutenboden. Sie, wie auch die Königin und die Drohnen sind von den Giften der Umwelt geschwächt, ihrer Potenz verlustig gegangen und ausgepowert. Schon lange wird in der Imkerei gepredigt, züchtet Königinnen und legt Jungvölker an. Da hatten die Königinnen auch noch 1 1/2-2 Jahren gute Qualitäten, aber inzwischen hat sich die Lebensdauer und Qualität abermals verringert, was wissenschaftlich leider auch erwiesen ist. Meine Devise lautet nun, junge Königinnen nach der letzten Honigernte zusetzen, oder erst im Oktober, da werden sie mühelos angenommen.

 

 

 

 

 

 

 

Von vielen Insekten beliebte und aufgesuchte Lavendelblüte.

Kleinzellen-Praxis

Schon im Imkerlehrkurs ist mir aufgefallen, dass es in der Imkerei Richtlinien zum Imkern gibt, aber kein fixes Programm für alles, das jeder Imker anwenden kann. Es stehen ihm viel zu viele Möglichkeiten offen. Um für sich die beste Lösung zu finden verliert man viel Zeit. Imker sind Tüftler, lieben ihre Bienen und suchen stets nach neuen Lösungen in allen Tätigkeiten der Imkerei. Dadurch gibt es so viele Theorien und Praktiken.

Das Internet hat mir in vieler Hinsicht gezeigt, wie man auch noch imkern kann, und mein Ziel ist nun, von allem das Beste zu übernehmen, meinen Bienen und mir zu liebe. So habe ich letztes Jahr (2o14) auf  Kleinzellenmittelwände umgestellt, weil es mich überzeugte.

Die Wabenzellen der Bienen waren vor etwa 120 Jahren viel kleiner, als es heute die Mittelwände vorgeben. Zu der Zeit, um das Jahr 1880 herum, hatte man begonnen die ersten Mittelwände herzustellen, die gut von den Bienen akzeptiert wurden. Aber man hat das genaue Zellenmass nicht berücksichtigt, die Zellen gerieten leider im Durchmesser grösser, als sie bisher von den Bienen gebaut worden waren. Der belgische Imker und Züchter Professor U. Baudoux  war davon überzeugt: grössere Zellen gleich mehr Honig, grössere Bienen, höheres Potenzial. Die Idee hatte dermassen Erfolg, dass ganz Europa und später auch in Uebersee alle Imker bis auf heute darauf eingingen und seither mit einem vergrösserten (5,4mm statt 4,9mm) Zellenvordruck auf den Mittelwänden imkern. Es ist aber nie nachgewiesen oder bestätigt worden, dass das erdachte Resultat auch wirklich damit erzielt wurde.

Das Ehepaar Edd und Dee Lusby in Arizona hat nie mit einer chemischen Varroabehandlung gearbeitet, auch nicht, als ihnen von 1000 Völkern nach dem Winter nur noch 200 Stöcke übriggeblieben waren. Dieser Verlust durch die plötzlich eingeschleppte Milbe war für sie sehr schmerzlich.  In einer Imkerlektüre von 1791 wurden Lusby`s auf die Idee gebracht, auf die natürliche Kleinzellengrösse der damals domestizierten Honigbiene zurückzugreifen. Sie hatten mit der Urform der einstigen Bienenwabenzellgrösse, von (4,9mm), die Varroa so dezimieren können, dass sich ihr Bienenstand rasch wieder erholte und sie bis heute  keine sonstigen Varroabehandlungen anwenden müssen.

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Kleinzellen haben den Vorteil, dass sie mit weniger Bienen ausgebrütet werden können, weil alles dichtgedrängt ist und sich warm gibt.  Dadurch wird mehr Bienenpotential frei, das sich mehr dem Putzen und Reinigen, also der Stockhygiene widmen kann. Ausserdem wächst das Volk durch verkürzte Brutzeit schneller zur Grösse auf. Eine Arbeiterin schlüpft bereits nach 19 statt 21 Tagen.  Dadurch wirkt sie der Varroa entgegen. Durch einen Versuch, frisch geschlüpfte Bienen zu zeichnen, erforschte man, dass sie mindestens 4-5 Wochen länger leben als unsere heutigen Bienen. Sie leben stressärmer. Kleine Bienen sind wendiger, unauffälliger und werden im Flug weniger von Feinden entdeckt und begehrt.

Die Milbe hat es ja hauptsächlich auf die Drohnenzellen abgesehen, weil hier eine längere Brutdauer  von 24 Tagen mehr Gelegenheit zur Vermehrung ermöglicht wird.  In der Natur ist es jeweils so eingerichtet, dass ein Schädling nicht das Gleichgewicht aus den Fugen heben kann, es sei denn, dass die Naturgesetze durch Menschen oder Umweltbedingungen geändert oder gestört worden sind. Ein Ausfall von Drohnen fällt im Bienenvolk nicht ins Gewicht, da es in jedem Fall zu viele hat. Wir haben aber heute mit den gossen Zellen der Arbeiterbienen das ideale Format, das nämlich der ursprünglichen Drohne im Kleinzellenformat entsprach, im Ueberangebot. Im Klartext heisst das, dass alle Arbeiterbienenzellen für die Milbe der Grösse nach wie die Drohnenzellen von einst sind und somit gezielt für die Vermehrung ausgesucht werden.  Wen wundert es da nicht, dass die Milbe sich so ausbreiten konnte und kann! Dem wirkt man heute mit dem Drohnenschnitt entgegen, aber welch grosses Kraftpotenzial der Bienen wird damit verpufft?

Die Umstellung gelingt nicht immer perfekt, die Waben sind oft unregelmässig. Den Bienen und mich stört das nicht. So gibt es im Volk eindeutig grössere und kleinere Bienen. Einen Schaden habe ich nicht feststellen können. Mit der Zeit wird es aber immer besser, wenn es gelingt die eigenen Schwärme einzufangen. Ich habe neu hinzugelernt, dass man zuerst auf Wabengrösse 5,1mm gehen soll, dann klappt es besser. Ferner ist es notwendig die Abstandhalter  jeder Rahmenseite um 2mm zu verkleinern. Die Wabengassen werden damit auch dem kleineren Zellenmass angepasst.

Nachtrag:

Ein Imker erzählte mir, dass er Altvölker und Schwärme rigoros auf neue Mittelwände im Kleinzellenmass mit Erfolg umgestellt hat. Ein anderer berichtete, dass die Braune Honigbiene besser dazu geeignet sei.

Eine weitere Anpassung an artgerechte Haltung, ist die Verlegung des Flugloches über den Brutraum. Siehe unter Rubrik Neuerungen und Baumhöhle.

Es lohnt sich übrigens die Mittelwände selber zu giessen. So kalte Wintertage sind wie geschaffen dafür. Mit der Wabenerneuerung fällt ja auch viel eigener Wachs an.

Offenbar gibt es aus Plastik vorgefertigte Waben im Kleinzellenmass. Wenn man mit diesen in einem Schwarm-oder Jungvolk beginnt, kommt man ganz schnell zu kleinwüchsigen Bienen und setzt dann mit Mittelwänden deren Weiterentwicklung fort. Leider gibt es in Europa keinen Versandt dieser Waben mehr! In den U.S.A. ist das gang und gebe.

Was man sich aber unbedingt hinter die Ohren schreiben muss, nie die Reste von Bienenwachskerzen untermischen! Diese könnten mit Parafin gestreckt sein und das macht die Waben nicht atmungsaktiv, sodass die Maden absterben können. Auch verliert die Wabe, die mit Parafin gestreckt ist, an Stabilität. Bei grosser Temperatur sackt sie zusammen. Siehe die Januar Ausgabe 2017 der Bienenzeitung.

Mit Pressluft wird die Mittelwand abgelöst