WMO-Therapie gegen Varroa

Die biologische Vertreibung der Varroa destructor!

Die Philosophen forschten stets nach dem Motto: wenn man die Ursache eines Problems herausfinden will, muss man an den Ursprung zurückgehen, sich an den Ursprung heranwagen. Das Motto habe ich mir heute zu Nutze gemacht.

Die Varroamilbe ist schon seit mehr als 40 Jahren die Bedrohung der Bienenvölker Nummer eins. Keinem Mittel ist es bisher gelungen sie schadlos zu vertreiben, abzutöten oder zu verdrängen, ohne dass nicht gleichzeitig auch der Biene eine Belastung zugefügt wurde. Die Säurebehandlungen zeitigen einen gewissen Erfolg, aber sie schädigen auch die Honigbienen, indem sie Nützlinge, wie den Bücherskorpion töten und parallel dazu den Chitinpanzer der Bienen aufweichen. Das hat zur Folge, dass sich die Milbe viel leichter festbeissen kann. Ausserdem sind Schäden an den Augen, im Riechorgan, am Orientierungssinn, sowie auch ihr Stoffwechsel im Bienenkörper längst nicht genug auf Schaden untersucht worden. Von Jahr zu Jahr muss man diese Säuren vermehrt anwenden, um ein Volk durch den Winter zu bringen. Resistenzen treten auf.

Varroa destructor

Die Milbe wird biologisch den Spinnentieren zugeordnet, weil sie acht Beine hat. Betrachtet man sie aber genauer, hat sie nur sechs Beine und die beiden vorderen Glieder kommen funktionsmässig eher Armen oder Fühlern gleich. Diese dienen nicht dem Laufen, sondern sind behaftet mit den hoch sensiblen Geruchssensoren. Das braucht sie, um sich in ihrer dunklen Welt zu orientieren, da sie über keine Augen verfügt. Das hat man schon frühzeitig erkannt und so mit verschiedenen Duftstoffen experimentiert, um sie zu vertreiben. Thymovar ist noch heute auf dieser Basis in Anwendung. Dieses Präparat macht Milben das Leben unangenehm, aber durchschlagende Erfolge sind nicht zu verzeichnen. Es ist auch ein stockfremder Duft, der sich in dem Wachs der Waben festsetzt und dort entfremdend wirkt. Wenn sich die Milbe an der Honigbiene in deren Segmentringen am Hinterleib der Bauchfront festsaugt, überlebt sie auch eine Oxalsäure Behandlung. Ungehindert kann sie sich dort verankern und ihren Wirt über einen längeren Zeitraum schädigen, ehe sie sich zur nächsten Biene aufmacht oder sich zur Vermehrung in eine Zelle begibt. Alle anderen gut ausgeklüngelten biologischen Methoden zur gesunden Bienenhaltung (Drohnenschnitt, Bannwabe, Königinkäfigen, Wabenschröpfen, Volksteilung, tun die Milbe dezimieren, aber dem Volk ständig eine neue Anpassung an Lebensbedingungen aufdrängen, die so in dem ursprünglichen Schöpfungsplan eines Bienenvolkes nicht vorgesehen sind. Die Strategie all dieser Praktiken zielen auf naturbelassene, volkseigene Abwehrmechanismen hin. Das bedeutet, ohne kontrollierte Imkerei, kein Überleben der Völker, jedoch zeitigen diese bereits einen Erfolg in der Eindämmung des Milbenandrangs. Ich meine, der heutige Trend sollte wieder eine noch urtümlichere Bienenhaltung anstreben, wenn sich ein Tor dafür öffnen liesse.

Ursprung und Anfang des Bienenlebens

Nun möchte ich die Imkerschafft nochmals an den Ursprung des Bienenlebens heranführen, um den Geruch ausfindig zu machen, den Bienen attraktiv finden, Milben aber an Untergang und Auflösung gemahnen können. Dahin, wo geruchsensible Milben keine Existenz mehr finden und sich auch nicht vermehren können.

Im Urbeginn einer optimalen Behausung steht für den ausgeflogenen Bienenschwarm eine Baumhöhle, die sie einem Specht zu verdanken hat. Die Höhle wird für die Bienen erst dann attraktiv, wenn sie so tief geworden ist, dass weder der Specht noch andere Höhlenbesitzer (Eichhörnchen, Marder und Co.) sie für sich nicht mehr in Anspruch nehmen können. Dann nämlich, wenn Pilze und Mikroben die Höhle des Baumes meterlang in die Tiefe ausgeweitet haben. Ihr Wabenbau beginnt gesetzmässig oben am Höhlenbogen, wo mit Propolis die Waben angedockt werden. Von hier kann sich jedes Jahr durch Anbauten der Bienensitz bis in die Tiefen ausbreiten. Sind die Waben überaltert, zieht die Bienenkolonie aus. Bereits haben sich dann auch schon Wachsmotten im alten Wabenanteil eingenistet und beginnen mit dem Aufräumen und der Beseitigung der ersten Waben. Hier kann man von einer Symbiose ausgehen, ohne Motte keine gereinigte Höhle. Ihre rasche Vermehrung räumt mit dem alten Wachs schnell auf. (8 Monate!)  Oft bleiben sogar vereinzelte Bienen zurück und laufen auf dem Gespinnst herum. Die Ausdünstung der Motten, deren Larven und Kot stört sie nicht, weil sie unweigerlich nur Bienen hausgemachte Kost fressen. Die Wachsmotten werden in ihrem Frass-und Räumungsdrang auch nicht mehr von Bienen daran gehindert. Wahrscheinlich sind die letzten Bienen sogar Überwacher der Reinigungsaktion und bleiben als Spurbienen auf dem Posten, diese Höhle immer wieder verlassend und neu aufsuchend, um sie für den Frühjahrsschwarm wieder in Besitzt zu nehmen? Jedenfalls hat man herausgefunden, dass das Wachsmottengespinst mit einem Anteil an alten Waben, Maden und Kot, in einem Glas abgefüllt und mit einem perforierten Deckel verschlossen, wunderbar als Lockstoff für Bienenschwärme geeignet ist, um sie damit in eine Schwarmfalle zu lenken. Für Schwarmspurbienen ist dieser Duft ein magnetisches Zeichen, dass die Höhle gereinigt und für eine neue Besiedelung frei geworden ist.

Beweis der Anziehungskraft einer verlassenen Bienenbeute

Erst kürzlich machte ich eine dazu überzeugende Entdeckung. Ein fremder Imker hatte die Dreistigkeit an der Grenze meines Grundstückes (Tessin), wo meine Bienen einen schönen Standort haben, seine drei Bienenstöcke aufzustellen und ganz nebenbei entfernte er auch noch meine Bienenschwarmfalle aus einem Busch in meinem Grundstück! Ich sah und traf diesen Imker nie an und als es zur Honigernte kam, war offenbar das Resultat so bescheiden für ihn, dass er sich von da an nie mehr um seine Bienen kümmerte. Im Frühling waren seine Völker eingegangen und innert zwei Jahren sind die Beuten von Gestrüpp und Ranken zugewachsen. Es war Mitte April dieses Jahres (2026) als ich dort Bienen herumschwirren sah. Mein Gärtner legte mit Schere und Handsäge die Kästen von hinten frei. Eine Beute war von einem umgestürzten Baum zerstört worden und bereits verfallen. In einer Beute war offenbar vor kurzer Zeit ein Bienen-Schwarm eingezogen, was die ein und ausfliegenden Bienen bekundeten. Der Schwarm fühlte sich offenbar angezogen vom Gmüllduft, nahm Besitz von allem und fing gerade an, sich gut einzunisten. Bienen bildeten schon an jedem Rähmchen Bauketten. Wir haben den Schwarm in einen Fangkasten abgefegt und abgeschüttelt.

Nun nahm ich die frei gewordene Beute genau in Augenschein. Wachsmotten hatten gut aufgeräumt? Der Honigraum war noch fast intakt, aber leergeräubert mit ausgefranzten Zellwänden als Merkmal. Im Brutraum hingen 8 Rähmchen total ausgefressen und zwei Randwaben bis auf die Mittelwand wie zu einem durchlässigen Sieb abgefressen worden. Im Beutenboden lag viel Dreck und altes Gespinnst. Die Beutenwände waren dicht an dicht mit Verpuppungshüllen der Wachsmotte ausgekleidet, (siehe die Bilder). Komischerweise ekelte es mich nicht, denn es lebte hier nichts mehr, es krabbelte nichts, noch flohen geschlüpfte Wachsmotten. Es war tatsächlich eine gesäuberte Höhle und für meine Nase hatte das alles keinen wahrnehmbaren Geruch. Es ekelte mich auch nicht die voluminöse Hinterlassenschaft von Hand einzusammeln.

Ich bin mir sicher, hätte ich den Schwarm dort belassen und später wieder nachgeschaut, ich hätte dann eine saubere Bienenstube vorgefunden, aber viel Arbeit läge dann noch vor ihnen. Das zu beobachten wäre natürlich auch höchst interessant gewesen, aber ich war begierig das Gmüll für meinen Versuch abzuernten. Honigbienen zieht dieser Wachsmottenreinigungsdienst förmlich an! Ich hatte dann den Entschluss gefasst, diese und auch die andere Beute zu reinigen und sammelte einen 10L Eimer voll Gemüll ein, der nur wenig Gespinnst hatte, aber viele leere Kokons, viel schwarzer Kot und voll verkotete Wachswabenreste. Als ich später dieses Material auf einem Gartentisch im Freien von Hand zerrieb und siebte, wurde ich zunächst von einer Biene dabei gestört, schon bald waren es fünf und dann musste ich die Arbeit abbrechen, weil ich regelrecht von Bienen umschwärmt wurde. Sie hatten den Duft in kürzester Zeit wahrgenommen und waren alarmiert herbeigeflogen. Welche Motivation dahinter steckte, ob Konkurrenz oder Schwarmlust, ich weiss es nicht. Aber eines wusste ich nun mit Bestimmtheit, sie riechen das, was ich nicht rieche. Dann muss dieser odische Geruch auch der Varroamilbe etwas sagen, ging es mir durch den Kopf.

Wachs-Motten-Od

Für die Varroamilbe, so vermute ich, ist dieser Duft: ich nenne ihn Wachs-Motten-Od (WMO.) ein Signal dafür, dass keine Brut im Stock vorhanden ist und somit keine Möglichkeit besteht, sich zu vermehren. Sie können nicht denken, aber ihr angeborener Instinkt kann, so meine Vermutung, mit diesem Duft nur Zerstörung oder Zerfall wahrnehmen. Wissen wir doch, dass die Varroa-Milben aufs genaueste den Zeitpunkt wahrnehmen, wenn Bienenmaden zur Verpuppung reif sind, um sich dann in deren Zelle beim Verdeckeln mit einschliessen zu lassen.

Meine Schlussfolgerung geht dahin, dass man mit WMO. hier vermutlich eine natürliche Grundlage eines Duftes gefunden hat, der den Varroa-Milben keinen Anreiz zur Vermehrung gewährleisten kann. Vielleicht führt diese Ausdünstung hormonal sogar auch hemmend auf die Vermehrung ein?  Das könnte man erforschen. Ein Extrakt von Wachsmottenmaden ist bereits als Gesundheitspräparat für den Menschen auf dem Markt. Es wirkt antiseptisch und heilt Tuberkulose!

Wichtig zu wissen ist auch, dass ein Bienenvolk, das zu sehr von Milben befallen und krank ist, damit aufhört, die Wachsmottenmaden zu bekämpfen und überlässt ihnen das Feld.

Ich setze diese Idee heute in die Welt, weil ich hoffe, dass viele Interessenten aus der Imkerschafft einen Versuch mit WMO als Bekämpfungsmittel wagen und sich so selbst mit diesem Hausmittel auseinandersetzen. Hier nun meine praktische Anwendung.

Behandlungsvorschlag

Man züchtet Wachsmotten auf alten dunklen Waben, Pollenbrett und wenig leeren Honigwaben in einer dicht verschliessbaren Holzbox oder einer alten Beute mit 35L Hohlraum, füllt sie mit dem adäquaten Material auf, dichtet sie gut ab und lässt die Wachsmotten 8 Monate lang ungestört ihr Werk vollbringen. Anschauliches Video zur Herstellung von WMO. „You-Tube Paul.M.“( Wachsmottentinktur). Man erhält dann das gewünschte Material – WMO. Nun kann man das alles noch über einem Sieb zu gebrauchsfertiger Füllung von Hand zerkleinern und sieben, um eine trockene, krümelige und feinrieselnde Masse zu erzielen, die damit eine intensivere Duftwelle abgibt. In ein Neylon-Gemüsenetz abgefüllt, mit feinem Drahttuch umwickelt und gut verschlossen, legt man dieses Paket über die Brutwabengassen. Es ist wirksamer, wenn die Päckchen grossflächiger und flach aufgefüllt sind als dick und klein. So meine heutige Vermutung! Eventuell erst für drei Tage in ein Tiefkühlfach legen, (um die Eier der Wachsmotte oder auch die kleinsten bereits unsichtbaren Maden abzutöten). Die feuchtwarme Brutluft dringt durch die Umhüllungen durch und das volle WMO strömt verstärkt aus. Vermutlich hält der Inhalt für ein Jahr an. Die Plastikfolie oder aber das Honigraumtrenngitter wird darübergelegt. Auf diese Weise kann es seinen Duft auch während der Honiggewinnung im ganzen Stock verbreiten. Falls dieses Paket mit Wachs und Propolis verkittet wird, und seine Wirkung verliert, empfiehlt es sich ein Propolisgitter unterzulegen. Die Bienen sind erfinderisch, wir müssen es auch sein. Anstoss nehmen die Bienen daran nicht.

Eine andere Methode ist, man stellt mit dem Gemüll selbst eine Wachsmottentinktur her, sei es mit Öl oder Alkohol. ( Herkömmliches Mischungsverhältnis: für eine 20% Lösung: 20g pro 100ml 40-70% Alkohol. Ein Teil Pulver auf 5 Teile Alkohol. Gordons Dry ist eine Alternative.) Die Lösung wird mit Wasser verdünnt angewendet. Das Verhältnis wird erst noch erprobt. Ein in Wasser getauchtes feuchtes Schwammtuch beträufelt mit einer Anzahl Tropfen der Lösung, umhüllt dieses mit dem feinsten Gitterdraht und legt es auch über die Brut auf die Wabengassen. Wie lange dieser seinen Duft abgibt, ist noch nicht erprobt, aber es ist ein Leichtes alle Monate wieder 50 Tropfen darauf zu träufeln. Es gibt bereits im Handel Wachsmottenmadentinktur für die Gesundheit des Menschen, mit dem man sicher auch einen Versuch wagen könnte, weil das Od, so meine ich, dasselbe ist. Überhaupt ist die Wachsmotte mit ihren Erzeugnissen bereits medizinisch gut und positiv erforscht und gilt als eine Bienenbegleiterin, die man nicht als Bienenfeind betrachtet, sondern mit der man sich noch besser beschäftigen sollte.

Merke!,

der Wachsmottenmadenkot soll ein Produkt der Superlative sein, schliesslich ist er das Endprodukt aller Bienenerzeugnisse und somit stark zum WMO-Geruch prädestiniert. Also nicht achtlos vergeuden oder wegwerfen! Für Menschen ist der Od-Geruch nicht wahrnehmbar, etwas Geruch von einem Bienenstock ist ihm aber anhaftend.

Parallel dazu kann man

Bücherskorpione im Bienenstock neu ansiedeln!

Als weitere Unterstützung zur biologischen Bekämpfung gegen die Varroamilbe im Bienenstock kann das Klimaisolierkissen unter dem Deckel beitragen. Man nehme dazu einen grob gewobenen Hanfstoffsack (Kartoffelsack) und schneide ihn so zu, dass er den Deckel der Beute ausfüllt. Ihn stopft man beim Bauern auf der Tenne mit Heuresten und Stroh. Da hinein kommt eine Holzleiste oder ein Rindenstück, mit vielen eingesägten Spalten. Dieses Kissen belässt man für einen Monat am Heuboden in der Tenne liegen, wo man schon vorher herumkrabbelnde Bücherskorpione entdeckte, ehe sie für ihren Bestimmungsort abgeholt werden. Es ist anzunehmen, dass einige Bücherskorpione im Sackkissen heimisch geworden sind. Es kann nun als Isolierkissen direkt für immer auf die Fütterungsunterlage abgelegt werden. Bienen haben zu diesem Kissen keinen Zugang, was eine Verkittung desselben verhindert. Skorpione können hingegen ungehindert in die Beute einwandern, um nach Nahrung zu suchen. Rückzugsgebiet zur Ruhe und Vermehrung finden sie im isolierenden und klimatisierenden Sackkissen und der eingesägten Holzleiste.

Es braucht dazu keinerlei Umbauten oder Anpassungen an die Beute. Lediglich ein WMO – Kissen unten auf die Wabengassen und ein Skorpion Kissen auf das Futterbrett. Einmal im Jahr ist eine Erneuerung der Inhalte der Kissen wohl ratsam.

Möglicherweise könnte man auch das WMO-Kissen senkrecht neben den Drohnenrahmen vor dem Brutnest einstecken. Ob das Wachsmotten-Od sich gleichmässig auch an diesem Platz in der ganzen Beute verteilt, ist, wie überhaupt noch das ganze Konzept, erst in Erprobung. Das ersonnene System berechtig überprüft zu werden und ist erst durchdacht, jedoch noch nicht fertig erprobt.

Gehen wir es an! Mitdenken! Mitmachen! Der Wirkstoff ist plausibel.

Weitere Behandlungsversuche mit WMO. werde ich fortlaufend dieser Seite hinzufügen, auch wenn sie den gewünschten Erfolg nicht erbracht haben. Am 9.8.2026 machte ich folgende beobachtende Kontrolle.

WMO-Versuch die ersten Resultate: Bisher habe ich nur mit dem trockenen Gemüll der Wachsmotte experimentiert. Das gab mir schon einen Einblick, dass es funktionieren könnte. Ich legte Gitterdrahtpackungen damit an und legte sie versuchsweise zuerst auf alle Völker. Die Jungvölker, es sind ein Wabenableger und zwei Kunstschwärme aus dem Honigabraum. Alle regten sich in keiner Weise darüber auf, noch legten sie einen Fluchtgedanken an den Tag, aber die Kunstschwärme kamen einfach nicht in die Gänge, trotz vorhandener Königin. Als eine Königin in einem Schwarmvolk abging, musste ich von einem Altvolk eine Brutwabe zuhängen, zwecks Nachschaffung! Sie machten dazu einen Ansatz, fütterten brav die Nachzucht, aber mit einer neuen ungezeichneten Königin klappte es auch nicht. Nun entnahm ich ihnen die Packungen und dann kam die Entwicklung voran. Ich studierte darüber noch nicht gross nach, sondern fand es jetzt schon unnütz gegen Milben anzukämpfen, wo noch keine sind. Nach etwa sechs Wochen machte ich in Zürich das einzige Altvolk auf und untersuchte es gründlich. Zwischendurch habe ich nur jeweils einen beobachtenden Blick durch die Folie gemacht, und gesehen, dass das Volk stark wird. Damit war ich beruhigt. Eine Milbenkontrolle konnte ich nicht machen, wegen des heissen Sommers, und getraute nicht des nachts eine Windeleinlage einzuschieben. 

Nun, beim Öffnen und Ziehen aller Waben habe ich eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Ich hatte die WMO-Packung direkt über das Brutnest gelegt. Die zwei Hauptwaben waren am Rande nur noch mit auslaufender Brut bestückt, keine Stifte füllten die freigewordenen Zellen. Da bekam ich einen Schrecken, die Königin sei nicht mehr im Volk.

Aber schon die erste Wabe, nach der Packung war eine total ausgefüllte Brutwabe und auch die nächste und eine dicke und fette Königin lief seelenruhig darüber.

Meine Schlussfolgerung ist die, der Geruch signalisiert den Bienen, die Motte ist am Werk, wir verlegen unser Existenz nach aussen. Das bestätigt mir, dass der Duft eine richtige Signalwirkung setzt, die ich erwartet habe. Da ich vermute, dass ich somit einen Einfluss auf die Bestiftung habe, kann ich im Zyklus das Polster so verschieben, dass ich wabenmässig einen Brutstopp erreiche. Somit wird auch die Varroa beeinflusst. Vielleicht sogar auch abgehalten. Sowie es kälter wird, mache ich eine Bodenkontrolle, um den Milbenbefall zu kontrollieren..

Das Volk ist aber munter und Milben unauffällig. Die Jungvölker legten nach der Entnahme der WMO gleich mit dem Anlegen der Brut los. Das ist doch ein starker Hinweis, dass der Duft seine Wirkung zeigte. Und Jungvölker noch nicht mit dieser Anwendung konfrontiert werden müssen, sie sehen für sich keine Zukunft. Erst, wenn sie sich explosionsartig vermehren, macht es Sinn. An einem weiteren Stand, südlich der Alpen stehen drei weitere Versuchsvölker, die ich den nächsten Tage genau inspizieren werden. Bericht folgt!

Es wird keinerlei Korrespondenz darüber geführt.

Starke Völker erzielt man, wenn man folgende Regeln strickt einhält:

  1. mindestens 3 mal Drohnenschnitt
  2. Mit Schwärmen die Völker aufbauen
  3. Altvölker mindesten zweimal schröpfen durch Fluglinge oder Wabenableger.
  4. Bienen nicht faul werden lassen, immer Mittelwände oder Leerrahmen zu Waben ausbauen lassen. Dazu ein weiteres Magazin aufsetzen. Die vorigen Waben kann man herrlich zur Jungvolkbildung und zur Wabenhygiene verwenden.
  5. Sofort bei Trachtknappheit mit etwas Futter reagieren.
  6. Zeigt das Volk starken Wachstum, erweitern oder schröpfen. Später kann man wieder vereinen.
  7. Man kann alles am gleichen Stand durchführen, wichtig ist nur, dass bei einer Erstellung des Wabenablegers oder eines Fluglings das neue Volk am alten Standort verbleibt und das Altvolk daneben versetzt wird. Mit den vielen Flugbienen, die in den Ableger einfliegen, gelingt ein gutes Wachstum beider Völker. (Altvolk + Flugling) Bei der Erstellung des nächsten Fluglings macht man es ebenso. Das Altvolk muss verstellt werden! Bedingung ist, dass es noch immer bei der Aufteilung der stärkere Teil bleibt. Kluge Bienen orientieren sich am Geruch und fliegen auch bei einer verstellten Beute ins Altvolk zurück.
  8. Wer doch auf organische Ameisensäure nach der Honigernte nicht verzichten will, der beachte, dass Jungvölker im Verhältnis zur Brut nur halb so viel Ammenbienen haben, hingegen ein starkes Wirtschaftsvolk, weniger Brut aufweist und dreimal so viel Ammenbienen dafür zur Verfügung stehen. (errechnet von Pia Aumeier)Was schliessen wir daraus?
  9. Jungvölker, Wabenableger und eventuell noch Fluglinge sind gegen die Säuren verletzlicher. Darum überprüfe man gut den Milbenfall ob man auf eine Säurebehandlung verzichten kann und wende nur im Dezember die Oxalsäurebehandlung an.