Varroakontrollgitter

Kehrseite des Varroakontrollgitters

Kehrseite des Varroakontrollgitters!

In der modernen Varroabekämpfung dient das Varroakontrollgitter der Biene im Grunde gar nicht, hindert sie  nämlich daran, selber eine Antimilbenstrategie zu entwickeln, um mit dieser Plage fertig zu werden. So haben die  neuzeitlichen Magazine alle ein eingebautes Varroagitter im Boden, um dem Imker auf der Unterlage den Milbenbefall aufzuzeigen.

Der Biene ist das aber leider nicht dienlich, denn sie verlernt das Putzen der Behausung und kann die Milben, die am Boden herumkrabbeln, nicht mehr entfernen. Die Bienen haben auch die Möglichkeit verloren, heruntergefallene Wachsschuppen und Pollenkugeln wieder zurück zu gewinnen. Auch haben sie wegen der grossen Bodenöffnung mehr Mühe das Brutklima aufrecht zu erhalten.

Auf der Unterlage häuft sich mit der Zeit ein Gemüll an, das dem Imker zwar gute Hinweise gibt, aber den Bienen eher schadet. Wie schnell hat sich so ein Berg von Pollen, Wachsresten und toten Gliedern von Bienen dort angesammelt, welche ungebetene Gäste einladen sich niederzulassen, um Schaden anzurichten. So sind das nicht nur die Ameisen, Spinnentiere und die Wachsmotten, sondern auch Schimmelpilze, die diesen Nährboden schätzen. Möglicherweise würde es auch den gefürchteten Beutenkäfer anlocken, wenn er dann einmal in der Schweiz angekommen ist. Jedenfalls bildet sich auf die Dauer auf der Unterlage ein ungutes Milieu.

Ich habe früher mit alten Langstroth-Magazinen mit geschlossen Böden geimkert und nie Wachsmotten, Ameisen, Gemüll oder Schimmel darin gehabt. Wenn ich bei der Wabendurchsicht  war,  fand ich stets einen sauberen Unterboden vor. Da ich meine Bienen im  Garten habe, ist es mir täglich möglich die Unterlagen sauber zu halten, aber in der warmen Jahreszeit entnehme ich sie, dann landet das Gemüll auf den Steinplatten darunter und zieht auch hier magisch die Insektenwelt an. Es kommen Fliegen, Hornissen und anderes Getier hinzu.

Die zündende Idee zur Abhilfe verschaffte mir im Internet ein Film, wo ich ganz nebenbei erblickte, dass es auch Magazine gibt, bei denen das Gitter mit einem Brett von oben verschlossen werden konnte, nicht wie heute mit einem Schieber von unten. Offenbar hatte man hier das Problem schon längst erkannt. Damit wird es möglich, das Gitter für eine Kontrolle gezielt einzusetzen und die Bienen können in der Zwischenzeit ihre abgeschlossene Behausung pflegen und putzen.

Um das zu ändern, nahm ich vom Bodengitter das Mass, liess mir in der Migros Do-it-yourself die benötigte Anzahl von Sperrholzbrettern zusägen, versah sie an einer Seite mit zwei Löchern, um dort einen Zugdraht einzufädeln und beizte sie mit Propolistinktur.  Um das Varroagitter abzudecken, kann ich dieses Brett von vorne am Flugloch einschieben und bei Bedarf  an den Drähten wieder herausziehen. Auch lässt sich das Bodenbrett natürlich mit dem Kippverfahren der Beute einlegen und entfernen. Die Lösung ist noch nicht perfekt, da das Brett zu den Wandrändern  Spalten aufweist, in die das Gemüll noch Eingang findet und somit besten Zuschlupf  für die Wachsmotte bieten. Das Bodenbrett müsste noch exakter eingepasst werden, als es das Modell zeigt. Das Brett hat sich ziemlich bewährt, sodass ich durch den Versuch seit 2018 meinen Beuten wieder einen geschlossenen Boden einbaute!

Siehe unter Imkerpraxis/Neuentwicklungen

Lassen wir also von nun an die Bienen wieder selber putzen!

Varroagitter fest eingebaut

Bodenbrett auf das Gitter gelegt

Fluglochverengung eingelegt

Einschieben oder herausziehen

Während der Varroakontrolle bewahrt man das Brett unter dem Deckel auf.