Varroa Bekämpfung

Spezialfütterung

Wer sich für meine Bienenbehandlung interessiert, der schaue auch unter Experimente nach.

Die Forschung mit Bienen hat gezeigt, dass allein Zuckerlösung zum Nachfüttern nicht ausreichend ist. Man empfiehlt den Bienen mehr Honigwaben zur Winterfütterung zu belassen. Einseitige Kost macht nicht nur den Menschen krank, sondern auch die Bienen brauchen die Vielfalt der Odkräfte ( Rubrik Honig) von unterschiedlichen Pflanzen, die der jeweilige Nektar ihnen liefert. Bienen lieben Lauchgewächse. Sei es der Knoblauch, Zierlauch, Schnittlauch, Zwiebelblüte oder der Bärlauch.

Wenn man der Zuckerlösung Stoffe beigibt, die nicht nur kräftigend auf die Biene wirken, sondern auch die Varroa abhalten könnten, dann soll man doch den Versuch wagen. Imkerliche Praxis ist es mit Kamillentee die Zuckerlösung herzustellen.

Nach dreijähriger Erfahrung mit Knobi-Od habe ich festgestellt, dass die Bienen widerstandsfähiger sind und zum grössten Teil durch den Winter kommen. Bienenkrankheiten wie Sauerbrut, Faulbrut und Kalkbrut sind nicht aufgetaucht. Milben wird man damit nicht ausrotten können, aber gesunde, stressarme, putztriebige Bienen werden mit den Milben besser klarkommen. Inzwischen 2017 habe ich dazu neue Erkenntnisse erworben. Die Knoblauchbeigabe schmeckt nicht nur den Bienen gut, sondern auch den Hornissen und führte zu Räuberei, da der Duft wie ein Lockstoff auch auf andere Insekten und Bienen wirkt. Es wurden mir 2016 alle Völker ausgeraubt, ich war Augenzeugin!

EINE NEUE ERKENNTNIS hat mir die Dezember- Ausgabe 2018  der Bienenzeitung durch Sebstian  Spiewok geliefert. Ich zitiere:  ” Bei varroaresisten Bienenvölkern haben sich die Duftstoffe der Brut verändert. Diese beeinflussen den Start der Eireifung in den Milben. Jüngste Forschungsergebnisse  von Benjamin Colon von der Martin-Luther-Universität in Halle weisen darauf hin, dass sich in der Brut resistenter Völker die Produktion des <HORMONS ECDYSON> verändert hat. Dieses Hormon reguliert die Verpuppung der Insekten und wird von der Varroa zur Eireifung benötigt. Allem Anschein nach kann die Milbe das Hormon nicht selbst herstellen und muss es stattdessen mit der Nahrung aufnehmen. Somit könnte eine Veränderung der Ecdysonproduktion in der Bienenbrut Auswirkung auf die Vermehrung der Varroamilben haben.”

Milben ernähren sich vom Fettkörper der Biene

Laut allerneusten Forschung ernährt sich die Varroamilbe nicht, wie bisher angenommen, von der Hämolymphe der Biene und Bienenlarve, sondern von ihrem Fettkörper, der ja besonders stark bei Winterbienen  ausgeprägt ist, um die vielen Monate zu überleben.  Der Fettkörper ist von Hämolyphekapillaren durchwoben, sonst könnte ja kein Stoffwechsel stattfinden.

Aetherische Oele

Leider haben ätherische Öle  einen Nachteil in der Behandlung gegen die Varrose. Sie verbreiten einen starken Fremdgeruch im Stock, sodass die Königin in Stress mit dem Verbreiten ihres Pheromon gerät, um so die Stellung im Stock zu bewahren. Das führt zu Lege- und frühzeitiger Altersschwäche. Deswegen frühzeitig einen Königinnenaustausch vornehmen.

Die derzeit beste alternative Antimilbenbehandlung ist: künstlich im Bienenvolk einen Brutstop einzulegen. Den muss man nach der Honigernte im Frühjahr am 21. Juni beginnen. Das beste Modell scheint mir die Dublex-Wabentasche geeignet zu sein, auch die Bannwabe wird dafür eingesetzt.

Der natürlichste Brutstop ist aber das Schwärmenlassen. Der gewonnene Schwarm ist mit wenig Milben behaftet. Um optimalen Erfolg zu haben, tausche man die Altkönigin nach der ersten gelegten Brutwabe mit einer Jungkönigin aus oder entfernt die Königin und lässt umweiseln. Klug ist es, wenn man dann das alte Volk für Jungvölker aufteilt und dazu die Waben mit Weiselzellen ausnützt. Aber auch sonst tritt im Altvolk ein Brutstop ein. Hier könnte man eine Puderzuckeranwendung praktizieren, um die Milben auf den Altbienen zu vermindern.

 

Obwohl namhafte Imker die Tasche positiv bewertet haben,

geht meine heutige Einstellung dahin: der Eingriff mit der Wabentasche in das Bienenvolk ist unnatürlich und der Aufwand zu umständlich. Die Metallabgrenzung der Bannwabe ist ein Fremdkörper im Stock. Die Königin wird in ihrem freien Lauf gehindert und kann ihr Pheromon nicht vollumfänglich im ganzen Stock verbreiten. Die heutigen, teilweise überzüchteten Königinnen haben sowieso keine lange Lebensdauer mehr.  Das macht die Völker schwächer und anfälliger, Abwehrmechanismen gehen verloren. Wenn irgend möglich, ziehe man auf natürliche Weise durch Schwärme Königinnen im eigenen Volk nach. Auch verwerte man für Mittelwände nur noch das eigene Wachs.

Zur Entlastung der Milben im Volk  Fluglinge erstellen, frühestens ende April, anfangs bis ende Mai . Es bewährt sich und gelingt, wenn man genug Brutwaben (drei) in den neuen Kasten am alten Platz einfügt, eine neue Königin oder Weiselzellen dazu setzt und zufüttert!  Besser ist es, man gibt noch eine Honigwabe und mindestens eine Mittelwand dazu. So hat der Flugling die besten Chancen zum Erfolg. Es klappt meistens, wenn nicht, kann man das Volk später wieder zurückvereinen. Auch hierbei bewirkt dieses Verfahren eine Milbenentlastung. Das Positive daran ist, dass man mit dieser Massnahme dem Schwärmen vorgreift und auch gleich Jungvölker nachgezogen hat.

Mein Wissen um den Bücherskorpion ist bereichert worden. Der Biologe, Lehrer und Imker Torben Schiffer hat an der ETH Zürich einen atemberaubenden Vortrag zu diesem Thema gehalten.  Der Bücherskorpion, ein Spinnentier, wird im Heuboden in den Ritzen der Holzplanken gefunden. Durch Besiedlung eines Volkes mit dem Bücherskorpion habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass sie sich nur in einem gesunden Volk halten können und in speziell neuen angepassten Beuten. Mein Versuch schlug fehl, die Bücherskorpione wanderten wieder aus. Mir ist vorerst der Aufwand zu gross. Auch wenn 100 Bücherskorpione sich im Volk befinden, ist die Umweltbelastung mit Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden ein zu grosser Gegenspieler. Aber ohne Zweifel, wo der Bücherskorpion auftaucht, und sich halten kann, stimmen alle Grundbedingungen für ein gesundes Bienenvolk. Und das geht nur, wenn wir alle Chemikalien weglassen.

Hierzu muss man in jedem Fall  seine Beute anpassen. Siehe dazu zum Beispiel unter Neuentwicklungen: “Modifizierter Langstrothbeute”

Der neue Trend geht in die naturgemässe Imkerei.

Naturgemässe Imkerei geht auf die Bedürfnisse der Bienen und nicht auf die des Imkers ein. Es werden keine Säurebehandlungen eingesetzt. Jedem Volk belässt man  9 kg Honig. Diese Bienenhaltung ist aber nur in isolierten Gebieten erfolgreich, wo man die Möglichkeit einer Renaturierung des Bien durch eigene Abwehrstrategien erzielen kann. Nur die gesündesten Völker überleben, die Ausfälle sind zu Beginn gravierend. In England in Wales ist das gelungen, wie das der Bericht von Thomas Gfeller in der Schweizer Bienen- Zeitung aufzeigt.(2019)

Die Schweizerische Bienen-Zeitung berichtet über dieses Thema laufend. Dazu gelten verschiedene Richtlinien, ich zitiere:” Der Standort muss strahlungsmässig günstig für den Bien sein. Absperrgitter gelten als <Vitalitätsbremsen>, das Schied als eine Brutnestbeschränkung und als eine systematische Verminderung der Honigqualität. Werden die Völker verstellt, geht die Varroatoleranz verloren. Der Standort beeinflusst sowohl die Volksstärke als auch das Verhalten der Bienen. Das <Generationengedächtnis> welches als Weitergabe von errungenen Volksfähigkeiten auf sozialer Ebene bezeichnet wird, geht bei einer Verstellung verloren. Ferner wird ein disharmonischer Wabenbau auf eine Disharmonie im Volk zurückgeführt, die auf einen ungünstigen Standplatz hinweisen kann. Der Volkseigene Wabenbau zeigt dem Imker das Wohlbefinden der Bienen an. Thomas Seeley erforschte, dass Bienen ihre Nektartracht bevorzugt bis 1,6 km im Umkreis aufsuchen, aber auf bis zu 6 km Luftlinie ausweichen können. Grosse Wasserflächen sind sehr gebietseinschränkend für den Honigertrag oder die Volksversorgung. Zwei Völker zu vereinen ist tabu, Königinnen zuführen wird nicht praktiziert, kein Drohnenschnitt. Die Volkserweiterung wird nach unten ermöglicht mit Einschlupfloch unten, Honigräume werden oben aufgesetzt. Das Dach ist mit einem Isolierfach versehen und hat kleine Luftabzugsschlitze. Vom Mass her ist die Warrè-Beute. 30x30x21cm die bevorzugte und Bienen gerechteste Beute.

 

 

 

Blüte vom Bärlauch