Überlegungen

Meine Überlegungen

Es ist traurig, dass man die Bienen nicht mehr so halten kann, wie es bis 1970 noch der Fall war. Mein Onkel im Elsass besass ein Bienenhaus und hegte seine Immen noch ohne grosse Sorgen. Ich kann heute nur davon träumen. Was haben wir angerichtet, dass dem nicht mehr so ist!

Wenn man die Bienen verstehen und betreuen möchte, muss man an den Ursprung  ihrer Existenz zurückgehen. Ihre überwiegenden Wohnstätten waren die Baumhöhlen. Siehe Peter Wohlleben <Das geheime Leben der Bäume.>

Eine Baumhöhle ist ein abgeschlossener Hohlraum, perfekt isoliert mit dem richtigen Feuchtigkeitsklima und automatischer Luftzirkulation. Der Höhleneingang liegt über dem Brutnest. Die Waben werden am oberen Baumkernholz der Höhle mit Propolis angedockt, welches verhindert, dass der Pilz hier das Holz angreifen kann. Die Waben werden von dort nach unten gebaut und richten sich nach dem gegebenen Raumvolumen. Da es sich vorwiegend um lebende Bäume handelt, ist das Bienenvolk vor Kälte und Hitze gleichermassen geschützt und die, der Bienen genehme Erdstrahlung, ist gewährleistet. Da eintretende kalte Luft fällt, kommt automatisch eine leichte Luftzirkulation in Gang. Durch ventilierende Bienen kann das entsprechend gesteuert werden.  Das Gemüll fällt in die Tiefe und wird von Pilzen, Käfern, Mikroorganismen und Bakterien aufgezehrt. So ist es von der Schöpfung her aufs Genaueste ersonnen, geplant und sinnvoll geschaffen worden.

Man könnte unsere Beuten angemessen anpassen.

  1. den Eingang in die Höhe verlegen
  2. den Boden verschlossen halten
  3. die Beuten isolieren
  4. für einen guten Standplatz besorgt sein
  5. Brutraum wenig stören
  6. Wabenordnung ( siehe Wabenhygiene )einhalten
  7. Bienenstöcke künftig einzeln oder nur maximal zu zweit aufstellen.
  8. Brutraum nach unten erweitern.
  9. Kleinzellenmass anstreben
  10. Bücherskorpion ansiedeln ( siehe Internet Torben Schiffer)
  11. Künstlich befruchtete Königin meiden.
  12. Schwarmverhalten zulassen oder vorher ausnützen mit Volksteilung.
  13. Mehr Honig zur Eigenverpflegung belassen.

Die heutige Varroabekämpfung:

Seit 1980 wurde in Europa die Varroamilbe eingeschleppt und ist seither der Bienenfeind Nummer eins. Sie ist auch Ueberträgerin von Vieren und Bakterien und setzt den Bienen mit Krankheiten gravierend zu.  Seit über dreissig Jahren versucht man die Varroa zu vernichten.

Frage: Kann man einen Schädling vernichten, ausrotten? Ist das schon irgendwann und wo geglückt?  Ich meine, nein. Sollte man da nicht eine Strategieänderung vornehmen und ersinnen, wie man die Varroa vom Wirt abhalten oder verdrängen kann. Es existiert dazu bereits die Varroa Hyperthermie. Entwickelt wurde sie von Prof.Dr. W.Wimmer. Wahrlich eine ausgeklügelte, an der isolierten Brut angewandte Ueberhitzungsmethode, die der Varroa unumstritten den Garaus macht. Neu ist seine entwickelte Dublex-Wabentasche, die vielversprechend ist. Beide Methoden finde ich zu aufwendig und störend für das Volk.

Der Bienenforscher  Professor Dr. Jürgen Tautz

hat in seinem Buch <Phänomen der Honigbiene> hingegen klar aufgezeigt, dass es Heizerbienen gibt, die zwischen den Brutzellen in einer leeren Zelle vibrierend stecken, und so die umliegenden Larven (ca. 60 Stck.) pro Wabenseite um einen Grad mehr beheizen, dass es zu genetischen Veränderungen an diesen höher beheizten Bienen kommt. Dadurch weisen sie andere Qualitäten auf. Nehmen wir einmal an, es bilden sich dadurch Wächterbienen, die nun zu dieser Funktion genetisch ausgestattet sind. Könnte es durch die Hyperthermie plötzlich nur noch Wächterbienen geben, oder nur Ammenbienen!   Wo führt also eine allgemeine Ueberhitzung  hin, wird da nicht das ganze Volk genetisch umpolarisiert.? Ist der Eingriff bei dieser Betrachtung da noch unbedenklich? Und von dem grossen Stress im isolierten Volk ganz abgesehen!

Behandlungen mit  den Ameisen-Milch-oder Oxalsäuren,

die schon mehr als dreissig Jahre angewandt werden, schaffen immer resistentere Milben. Ist das in der Schöpfung bei den Bienen mit eingeplant worden? Gibt es irgendwo im Bienenleben eine Parallele?  Ist es nicht so, dass sogar wir Menschen uns bei der Handhabung mit diesen Säuren dagegen schützen müssen? Wenn es also für uns schädigend ist, warum fügen wir es immer intensiver und immer öfter unseren Bienen zu! Sind nicht schon die Bienen dadurch so geschwächt worden, dass es immer mehr braucht, um der Sachlage Herr zu werden?  Da sollte man sich Gedanken machen, wohin das alles einmal führt und sich eingestehen, dass man den richtigen Weg damit noch nicht gefunden hat. Immer mehr wird diese Anwendung als die Methode gepriesen! Wenn überhaupt eine Säureanwendung appliziert werden soll, so ist die Milchsäure  von allen die Volksverträglichste!  Biologe Torben Schiffer hat nach einer Säurebehandlung in seinem Volk traurig  feststellen müssen, dass die Bienen vor Qual die Fühler abbissen, die dann im Gmüll aufgefunden wurden. Diese Beobachtung sagt doch schon alles aus. Bienenfühler, die die allerfeinsten Düfte, auch das, des Pheromon der Königin wahrnehmen, müssen einen Säuredampf aushalten, vor dem wir uns sogar an freier Luft mit Masken schützen. Wie wenig stellt sich der Imker da auf seine Lieblinge ein. Da kommt mir das Sprichwort in den Sinn, den mir meine Eltern in meiner Kindheit predigten: <Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz!>  Torben Schiffer wiederentdeckte den Bücherskorpion und fand damit eine biologische, vorläufig noch eine aufwendige Strategie zur Abwehr der Milbe, aber doch sehr erfolgversprechend.

Die Varroamilbe

steuert alle ihre Funktionen über den Geruchsinn, sie hat keine Augen. Es wäre wundervoll, wenn man hier eine Abwehrstrategie entwickeln würde, sodass z.B. die Biene durch Fremdgeruch nicht mehr als solche von ihr erkannt werden würde. Deswegen wurden die ätherischen Oele eingesetzt.

Anmerkung zu den Säurebehandlungen.

Die Idee, mit der Ameisensäure den Milben den Garaus zu machen liegt darin, dass man beobachtet hat, wie Vögel sich in einen Ameisenhaufen setzten und sich von den Ameisen attakieren liessen. Die Ameisensäure drang in das Vogelblut ein wodurch  die Milben  beim Blutschröpfen abstarben. Die Biene macht diese Kur aber nicht von sich aus!

Früher hatte eine Bienenkönigin Leben und Potenzial von fünf bis sieben Jahre. Heute muss man besorgt dafür sein, dass jeder Schwarm eine neue Königin erhält. Verhindert man den Schwarmtrieb, ersetzt man die Königin im Volk schon nach zwei Jahren.

Neue Ziele in der Varroabekämpfungs-Forschung durch Sterilmachen der Milbe oder mit krankmachender Pilzbekämpfung, erweisen sich als schwierig und langwierig. Die Forschung tut was sie kann, davon bin ich überzeugt. Sie leistet Grossartiges und hat schon grandiose Details der Welt erschlossen.

Neue Hoffnung setzt man auf eine Bienenzucht, die man mit den Bienen kreuzt, welche Strategien entwickelt haben, die sich gegen die Varroa wehren können. Das wird aber auch ein langer Prozess werden!

Vielleicht wird man einmal dankbar sein, dass es noch Imker gibt, die sich nicht an die strikten Säurebehandlungen halten und doch den Grossteil ihrer Bienenvölker durch den Winter führen. Diese Bienen erstarken und  können vermutlich länger leben .

Was hat der Mensch alles an der Honigbiene verändert?

Gravierend war der Eingriff, als man um 1880 entdeckte, Mittelwände herzustellen. Daran allein ist nichts auszusetzen, aber dass man aus Profitgier die Zellen grösser vorpressen konnte, von 4.9 mm auf 5,4 mm, in der Meinung, grosse Bienen fassen mehr Honig, erbringen höheren Ertrag, ist meines Erachtens der erste Irrweg. Es ist nie erwiesen worden, dass Bienen in Grosszellen wirklich mehr Honig einbringen! Diese Umgestaltung schwabbte auf ganz Europa über und die Kontinente zogen nach. Erst ein Imkerehepaar <Lusby> aus Arizona hat in heutiger Zeit die Umstellung, auf das ursprüngliche Mass zurück zu gehen, wieder ins Leben gerufen. (Siehe unter Kleinzellen) Offenbar mit ziemlich guten Erfolg. Das macht aber nur wirklich Sinn, wenn alle Imker umstellen würden.

Die Kugelbeute, mitentwickelt von Prof. Dr. Jürgen Tautz, ist ein durchdachter Schritt in die richtige Richtung. Er liess sich von der Baumhöhle inspirieren. Jedoch ist es mit dieser neuen Beute eine kostspielige Umstellung und in der imkerlichen Praxis eher etwas umständlich und komplizierter geworden. Honigwaben können nicht mehr für Brutwaben eingesetzt und Brutwaben nicht in andere Beuten umlogiert werden. Aber zurück zum Schutz des Brutraumes mit optimalen Bedingungen, dafür ist sie wunderbar geschaffen. Wenn ein Bienenvolk sich wohl fühlt, hat es weniger Stress und entwickelt eigene Abwehrmechanismen gegen Parasitenbefall und Krankheiten.

Ich habe ganz viele Amateurfilme im Internet angeschaut, wie Bienen, die sich in fremde Höhlen eingenistet haben und dann geborgen wurden. Die Form der Höhle (des Hohlraumes) spielte überhaupt keine Rolle, nur das Raumvolumen musste gross genug für die Ausdehnung eines Volkes sein. Nach Prof. Seeley 40 Liter. Die runde Form des Wabennestes wird nur gebildet, wenn der Hohlraum so gross ist, dass die Waben nirgends anecken. Ist es doch logisch, dass der Bauanfang einer Wabe um die ersten Zellen herum geht und das Prinzip verläuft stets so weiter, denn der wachsende Aussenrand gestattet es den Bienen immer mehr Zellen dort anzubauen. Tritt ein Hindernis ein, wird ein Spalt als Passage dazu freigelassen. Es gab Bienennester hinter langen Holzwänden mit breiten, grossen aber nur ein bis zwei Reihen Waben, die dafür um so länger waren. Eines dieser Schwarmvölker befand sich in einer vom Krieg hinterlassenen, durchgerosteten Metalltonne, darin war der Bau gross und rund, aber wiederum ein weiteres Volk unter Dachziegeln und zwischen der Isolation, flach, breit und ausgedehnt. Hinter einem Fensterladen formierte sich der Stock lang und schmal. Würde man den Bienen herz- oder rhomboide Rähmchen vorgeben, sie würden sie entsprechend ausbauen.

Der Drohnenschnitt.

Die Varroamilbe bevorzugt die Drohnenbrut, weil sie sich wegen der längeren Brutzeit besser vermehren kann. Hätte man nie das Wabenmass vergrössert, hätten wir heute nicht dieses Ausmass der Varroaplage, denn die heutigen Arbeiterbienenzellen sind so gross, wie im Ursprung  es die Drohnenzellen waren.  Um nun der Varroa klein bei zu kommen, wird ein extra leerer Wabenrahmen eingehängt, den die Bienen promt nur mit Drohnenzellen ausbauen. Ehe die Drohnen sich verpuppen, wird die volle Drohnenwabe vernichtet und abermals ein neuer Leerrahmen eingehängt. Das wiederholt sich mehrmals aufs Neue, bis die Schwarmsaison vorbei ist. Wie viel Energie von den Bienen dazu aufgewandt wird und dem Volk verloren geht, davon macht sich der Imker keine Vorstellungen. Bedenkt man, wie wenig Drohenzellen im Normalfall hingegen unten an den Brutwaben im Frühling angebaut werden, fragt man sich doch, ist da der wahre Nutzen wirklich so effizient ? Es wird mit dem Drohnenschnitt dem Bien der freie Entscheid genommen, wie viel Drohnenbrut er überhaupt bereit ist aufzuziehen. Greifen wir mit dem Drohnenschnitt nicht auch der genetischen Vererbung vor? Aber es ist wohl unumstritten, die Varroa reduziert sich dadurch sicher um die Hälfte.

Königinnenzucht.  Will man in der heutigen Zeit als Imker Erfolg haben, kommt man um eine Königinnenzucht nicht herum. Die Methoden sind mannigfaltig. Ich habe es am liebsten, wenn das Volk schwärmt und seine eigene Königin nachzieht. Die übrigen Weiselzellen man dann gleich für Ablegervölker verwendet oder auch Ableger mit der dazugehörenden Brutwabe nachzieht, am besten noch vor dem Schwärmen. Das sind die natürlichsten Massnahmen für die Nachfolge von jungen Königinnen. Die professionelle Zucht, wo man mit jüngsten Maden gleich bis zu 40 Weiseltöpfchen oder mehr füllt und sie alle in einem starken Volk, der man die Königin entnahm,  aufziehen lässt, ist imkerliche Praxis und geeignet für Grossimkereien. Aber eine Zucht mit künstlich befruchteten Königinnen sollte man doch überdenken. Für Forschungs -und Laborexperimente mag das angehen, aber für den Verkauf ist das doch eine auf Profit ausgerichtete Bienen verachtende Sache und eine Minderung und Fremdbestimmung der Gene zugleich. Die Schöpfung hat es doch so wunderbar eingerichtet, dass es nie zu einer Inzucht kommen kann, dank der vielfachen Begattung durch diverse Drohnen an einer Königin. Eine Drohne, der es gelungen ist eine Königin zu begatten, vermag nicht bei einer zweiten zu landen, weil sie nach dem Akt den Geschlechtsteil verliert und stirbt. Warum um alles in der Welt, mischt sich da der Mensch ein und praktiziert eine künstliche Befruchtung zwecks einer für ihn geeigneten Elitezüchtung. Weiss er denn wie gut diese Gene sind, die er auswählt? In der freien Natur schlägt sich nur der Stärkste durch! Wer weiss heute schon, was in Zeiten aus künstlicher Befruchtung wieder entstehen kann?

Warum aber die Biene zusätzlich heute so zu leiden hat, sind die Praktiken mit Pestiziden, Fungiziden, Insektiziden und Antibiotika in der Landwirtschaft. Heisst es doch, dass derzeit die Schweiz am meisten von ganz Europa diese Produkte einsetzt. Ist es da nicht verwunderlich, dass eine Stadtbiene ein besseres Überleben hat als die Bienen auf dem Land? Zusätzlich verarmt die Landwirtschaft in ihrer Vielfalt und hat den Insekten im Sommer nichts mehr anzubieten. Es gibt zum Glück unter den Biobauern ein Umdenken und Streben nach Biodiversität, aber was nützt es ihnen, wenn der Nachbar Neonikotinoide nur so versprüht!!! Prof. Randolf Menzel, Berlin, hat erforscht, dass diese Gifte das Hirn der Biene angreift und ihr die Orientierung und die Arbeitslust nimmt. Ferner landen diese Mittel, laut neuesten Forschungsergebnissen, auch im Honig und gelangen so in unseren Körper! Da sie wasserlöslich sind, dringen sie ins Grundwasser, Flüsse, Seen und Meere. Unausdenkbar was für ein Ausmass an Vergiftung daraus werden kann, wenn man dem keinen Riegel schiebt. Als erstes erwischt es das Plankton.

Wabengassen im Wildbau

Wildbau hinter dem Fenster

gleicher Wildbau hinter dem Fensterladen

Wabengassen laufen schräg nach hinten den Raum ausnützend

Am Boden liegender Schwarm der in ein Magazin einläuft

heisse Temperaturen werden mit einem Bienenbart geregelt