Experimente

Knobi-Od ist eine alternative, biologische, wirksame, ungiftige, praktische  und kostenlose Varroabekämpfungsmethode, die jedem Imker freigestellt ist sie auch anzuwenden, auszuprobieren oder zu verändern.

Wie wird das Knobi-Od angewendet?

 Knobi-Od appliziert: als eine Futterergänzungsbeigabe.

Bei der Futterergänzungsmethode  wird eine Zuckerlösung mit Knoblauchtee hergestellt.

Wie wirkt Knobi-Od?

Knoblauch hat eine abwehrende  und desinfizierende Wirkung stärkt die Biene in ihrem Immunsystem. Zu hoffen ist es, dass ihre Hämolyphe den Knoblauch aufnimmt, wie es auch uns nach Knoblauchgenuss ergeht.  Dadurch schätzt die Milbe ihren Wirt weniger und vergreift sich seltener an der Biene.

Gibt es im Bienenvolk irgend einen Schaden durch die Anwendung von Knobi-Od?

Nein, Knobi-Od ist für Bienen noch unschädlich.

Wird der Honig  Knoblauchgeschmack aufweisen?

Da die Auffütterung erst nach der Honiggewinnung erfolgt, kann gar kein Knoblauchgeschmack im Honig auftreten, genausowenig wie raffinierter Zucker im Honig vorhanden ist.

Wann wird behandelt?

Bei der ersten Frühjahreskontrolle der Völker beginnt man, wenn nötig mit der Knobi-Od Auffütterung und kann sie bis zum Aufsetzen des Honigraumes anwenden.Dann wieder bei der Auffütterung, nach der Honigernte oder auch bei der Einlogierung eines Schwarmes und eines Jungvolkes.

Was unterscheidet diese Methoden von den Herkömmlichen?

Im Gegensatz  zu den herkömmlichen Strategien, die auf Vernichtung der Milben zielen, ist Knobi-Od nur auf die Abwehr von Krankheiten und das Fernhalten der Milben konzentriert.In der Schöpfung Gottes ist für alles eine Abwehr eingeplant .

Warum gerade Knoblauch?

Bienen lieben Lauchgewächse!

Knoblauch enthält mehr als 200 Vitamine, Aminosäuren, Enzyme und  Mineralien. Die Nährstoffe beinhalten Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink, Eisen, Selen, Germanium und Schwefel, sowie die Vitamine A,B und C.

Knoblauch bekämpft nachweislich  Pilze, Parasiten und Infektionen. Knoblauch unterstützt die Gesundheit, indem er das Immunsystem stärkt. Eine Wunderpflanze ist der Knoblauch! (Das grosse Buch vom Knoblauch, Emil Thacker,)

Muss man mit den herkömmlichen Mitteln parallel dazu weiterfahren?

Seit meine Völker mit Knobi-Od behandelt wurden, habe ich alle anderen Massnahmen fortgelassen und keine Winterverluste, die auf Varrose hindeuteten, erlitten. Zusätzlich bin ich noch auf Kleinzellenwaben (4,9mm) umgestiegen. Sogar kleine Völker überlebten, die jeder Imker  vorher aufgelöst hätte, weil er ihnen keine Chance zum Ueberleben eingeräumt hätte.

Wird Knoblauch andernorts  auch zu diesem Zweck verwendet?

Ja, bereits bekämpft man damit in der biologischen Landwirtschaft die Erdbeermilbe.

Die Anwendung mit Knobi-Od hat gezeigt, dass weder die eingelagerte Winterreseve noch das Wabenwachs einen Knoblauchgeschmack angenommen hat. Der Knoblauchstoff wird beim Eindicken des Zuckersaftes von den Bienen aufgenommen. Im Honig sind sowieso die Pollen die Geschmacksträger, nicht der Nektar!

Entwickelt von Friederike Rickenbach, Imkerin aus Leidenschaft, besorgt um die Bienen und ihre Gesundheit.

2016/17 sind mir meine Völker alle abhanden gekommen (sechs).Ich beobachtete viel Räuberei, erachtete es leider als Betriebsamkeit der Völker. Da ich auf Schwarmvölker aufbaute, hatten vermutlich die Königinnen mitversagt. Auch machte ich zu wenig Kontrolle, um das Volk nicht zu stören. Nur Flugbrettkontrolle und Knobi-Od genügen offenbar nicht!

Auf dem Komposthaufen wird der weggeworfene Knoblauchdräsch von den Bienen abgeschleckt.

Die Anwendung

Knobi-Od -Anwendungen bei den Bienen.

 Die Sprühanwendungen:

Mit dem Knoblauchtee besprüht man eine Schwarmtraube, einen frisch einlogierten Schwarm,  einen Flugling und ein weiselloses Volk. Auch immer dann, wenn man Bienen am Abfliegen hindern möchte. Entgegen früherer Ansicht, auch das Brutvolk zu besprühen, wird nun davon abgesehnen, weil es auf der Brut einen Abkühlschock durch die Verdunstungskälte verursachen und zu einem Ausfall der Brut führen kann, und somit möglicherweise das Volk am Wachstum hindert. Dr. Jürgen Tautz hat in seinem Buch:” Phänomen Honigbiene” über Heizerbienen berichtet, die in ihrer Umgebung die Bienen um einen Grad mehr bebrüten, als die anderen. Diese beheizten Bienen sind zu bestimmten Funktionen nach dem Schlüpfen ausersehen. Das ganze Brutklima ist so fragil, dass auch das häufige Aufreissen des Brutnestes zwecks Kontrolle auch Schaden bringen kann.

Knobi-Od -Teerezept:

Zutaten:  Man nehme 3-4 grosse Bio-Knoblauchzehen auf 1 Liter Wasser und kann nochmals mit 1 Liter Wasser verdünnen. Sind die Zehen klein, nehme man die doppelte Menge. (ca. 10 Gramm)

Man muss den Tee abschmecken, der Knoblauchgeschmack sollte zart durchschlagen.  Ist der Geschmack zu stark, mit Wasser den Tee entsprechend verdünnen. In der Nase riecht er viel intensiver, als der Geschmack dann im Mund wahrgenommen wird! Die Milbe hat sehr sensible Geruchssinne, da genügt oft auch eine angemessene Verdünnung.Die Wirkung ist eindeutig dezimierend. Einen Schwarm besprühe ich mit unverdünntem Tee.

Zubereitung:

Die grossen Knoblauchzehen durch die Presse drücken (oder Zwiebelhacker), dazu alle Rückstände aus der Presse mit einem Liter kochendem Wasser übergiessen.

 Zwei Stunden ziehen lassen, absieben und in Flaschen abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Eine volle Sprühflasche ( ½  Liter) reicht für ca. vier Völker, das hängt allerdings  noch von der Volksgrösse ab.  Merke: Bei dem Knoblauchtee gegen die Erdbeermilbe kann man diesen Aufguss bis zu zehnmal verdünnen, folglich auch bei der Bienenmilbe Varroa.  Es ist immer besser frischen Tee anzuwenden!

Damit man immer Knoblauch griffbereit hat, ziehe ich ihn mir selber.

KNOBI-OD-ESSIG-ZUCKERLÖSUNG

macht die Bienen vital und stark.

Man nehme drei-fünf grosse Knoblauchzehen, drückt sie durch die Presse (oder zerkleinert sie mit einem Zwiebelhacker). Ueberbrüht alles mit einem Liter kochendem Wasser. Zwei Stunden ziehen lassen. Ein Kilo Biozucker beigeben und solange wiedererwärmen, bis der Zucker geschmolzen ist. Um eine bessere Lagerfähigkeitzu erhalten pasteurisieren auf 80 Grad. Dann einen Schuss (Schnapsgläschen) Bio-Apfelessig beigeben. Die Masse durch ein feines Sieb geben und fertig ist die Lösung.

Gefüttert wird nach der Honigernte und man gibt pro Volk nur zwei Liter aufs Mal. Dafür setzt man die Fütterung alle zwei bis drei Wochen fort. So wächst die Winterbrut ohne Stress heran und der Knobi-Od-Wirkstoff verteilt sich wirksam auf 2-3 Monate.

Im Frühjahr setzt man mit der Fütterung, je nach Klima, zeitig fort, bis zum Aufsetzen der Honigräume. Dann kann man nur noch einlogierte Schwärme oder Jungvölker, von denen noch kein Honig zu erwarten ist, damit füttern.

Ist die Zuckerlösung nicht nach drei bis sechs Tagen aufgeschleckt, Fütterungsgefäss abräumen, damit die Lösung nicht gärt und schlechte Gase in den Stock eindringen, die das Volk eventuell leerfliegen lässt.

In Planung steht noch Schwedenkräuter beizugeben. Nach neuesten Erkenntnissen weiss man, dass Zuckerlösung zu einseitig ist. Grosse Biodiversität ergibt widerstandsfähige Bienen.

Bemerkung: Weder eingelagerte Zuckermasse noch Wachswaben nehmen Knoblauchgeruch an, der Knobi-Od-Geschmach wird bei der Aufnahme und beim Eindicken heraussondiert. Wissen wir Imker doch auch, dass nur der Pollen der Geschmacksträger im Honig ist, nicht der Nektar. Das ergaben Analysen.

Imkern über die Schulter gesehen

Schon im Imkerlehrkurs ist mir aufgefallen, dass es in der Imkerei Richtlinien zum Imkern gibt, aber kein fixes Programm für alles, das jeder Imker anwenden kann. Es stehen ihm viel zu viele Möglichkeiten offen. Um für sich die beste Lösung zu finden verliert man viel Zeit. Imker sind Tüftler, lieben ihre Bienen und suchen stets nach neuen Lösungen in allen Tätigkeiten der Imkerei. Dadurch gibt es so viele Theorien und Praktiken.

Das Internet hat mir in vieler Hinsicht gezeigt, wie man auch noch imkern kann, und mein Ziel ist nun, von allem das Beste zu übernehmen, meinen Bienen und mir zu liebe. So habe ich letztes Jahr auf  Kleinzellenmittelwände umgestellt, weil es mich überzeugte.

Die Wabenzellen der Bienen waren vor etwa 120 Jahren viel kleiner als es heute die Mittelwände vorgeben. Zu der Zeit, um das Jahr 1880 herum, hatte man begonnen die ersten Mittelwände herzustellen, die gut von den Bienen akzeptiert wurden. Aber man hat das genaue Zellenmass nicht berücksichtigt, die Zellen gerieten leider im Durchmesser grösser als sie bisher von den Bienen gebaut worden waren. Der belgische Imker und Züchter Professor U. Baudoux  war davon überzeugt: grössere Zellen gleich mehr Honig, grössere Bienen, höheres Potenzial. Die Idee hatte dermassen Erfolg, dass ganz Europa und später auch in Uebersee alle Imker bis auf heute darauf eingingen und seither mit einem vergrösserten (5,4mm statt 4,9mm) Zellenvordruck auf den Mittelwänden imkern. Es ist aber nie nachgewiesen oder bestätigt worden, dass das erdachte Resultat auch wirklich damit erzielt wurde.

Das Ehepaar Edd und Dee Lusby in Arizona hat nie mit einer chemischen Varroabehandlung gearbeitet, auch nicht, als ihnen von 1000 Völkern nach dem Winter nur noch 200 Stöcke übriggeblieben waren. Dieser Verlust durch die plötzlich eingeschleppte Milbe war für sie sehr schmerzlich.  In einer Imkerlektüre von 1791 wurden Lusby`s auf die Idee gebracht, auf die natürliche Kleinzellengrösse der damals domestizierten Honigbiene zurückzugreifen. Sie hatten mit der Urform der einstigen Bienenwabenzellgrösse, von (4,9mm), die Varroa so dezimieren können, dass sich ihr Bienenstand rasch wieder erholte und sie bis heute  keine sonstigen Varroabehandlungen anwenden müssen.

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Kleinzellen haben den Vorteil, dass sie, mit weniger Bienen ausgebrütet werden können, weil alles dichtgedrängt ist und sich warm gibt.  Dadurch wird mehr Bienenpotential frei, das sich mehr dem Putzen und Reinigen, also der Stockhygiene widmen kann. Ausserdem wächst das Volk durch verkürzte Brutzeit schneller zur Grösse auf. Eine Arbeiterin schlüpft bereits nach 19 statt 21 Tagen.  Dadurch wirkt sie der Varroa entgegen. Durch einen Versuch, frisch geschlüpfte Bienen zu zeichnen, erforschte man, dass sie mindestens 4-5 Wochen länger leben als unsere heutigen Bienen. Sie leben stressärmer. Kleine Bienen sind wendiger, unauffälliger und werden im Flug weniger von Feinden entdeckt und begehrt.

Die Milbe hat es ja hauptsächlich auf die Drohnenzellen abgesehen, weil hier eine längere Brutdauer von 24 Tagen mehr Gelegenheit zur Vermehrung ermöglicht wird.  In der Natur ist es jeweils so eingerichtet, dass ein Schädling nicht das Gleichgewicht aus den Fugen heben kann, es sei denn, dass die Naturgesetze durch Menschen oder Umweltbedingungen geändert oder gestört worden sind. Ein Ausfall von Drohnen fällt im Bienenvolk nicht ins Gewicht, da es in jedem Fall zu viele hat. Wir haben aber heute mit den gossen Zellen der Arbeiterbienen das ideale Format, das nämlich der ursprünglichen Drohne im Kleinzellenformat entsprach, im Ueberangebot. Im Klartext heisst das, dass alle Arbeiterbienenzellen für die Milbe der Grösse nach wie die Drohnenzellen von einst sind und somit gezielt für die Vermehrung ausgesucht werden.  Wen wundert es da nicht, dass die Milbe sich so ausbreiten konnte und kann! Dem wirkt man heute mit dem Drohnenschnitt entgegen, aber welch grosses Kraftpotenzial der Bienen wird damit verpufft?

Die Umstellung gelingt nicht immer perfekt, die Waben sind oft unregelmässig. Den Bienen und mich stört das nicht. So gibt es im Volk eindeutig grössere und kleinere Bienen. Einen Schaden habe ich nicht feststellen können. Mit der Zeit wird es aber immer besser, wenn es gelingt die eigenen Schwärme einzufangen. Ich habe neu hinzugelernt, dass man zuerst auf Wabengrösse 5,1mm gehen soll, dann klappt es besser. Ferner ist es notwendig die Abstandhalter  jeder Rahmenseite um 2mm zu verkleinern. Die Wabengassen werden damit auch dem kleineren Zellenmass angepasst.

Nachtrag:

Ein Imker erzählte mir, dass er Altvölker und Schwärme rigoros auf neue Mittelwände im Kleinzellenmass mit Erfolg umgestellt hat. Ein anderer berichtete, dass die Braune Honigbiene besser dazu geeignet sei.

Eine weitere Anpassung an artgerechte Haltung, ist die Verlegung des Flugloches über den Brutraum. Siehe unter Rubrik Neuerungen und Baumhöhle.

Es lohnt sich übrigens die Mittelwände selber zu giessen. So kalte Wintertage sind wie geschaffen dafür. Mit der Wabenerneuerung fällt ja auch viel eigener Wachs an.

Was man sich aber unbedingt hinter die Ohren schreiben muss, nie die Reste von Bienenwachskerzen untermischen! Diese könnten mit Parafin gestreckt sein und das macht die Waben nicht atmungsaktiv, sodass die Maden absterben können. Auch verliert die Wabe, die mit Parafin gestreckt ist, an Stabilität. Bei grosser Temperatur sackt sie zusammen. Siehe die Januar Ausgabe 2017 der Bienenzeitung.

Mit Pressluft wird die Mittelwand abgelöst

 

 

Muller-Brett Varroabekämpfung

Varroreduktion zu 80 % mit rein biotechnischer Methode von Im Christian Schmid.

Im Christian Schmid, www.bienen-schmid.com oder

www.bienenfreunde-im-wienerwald.info

Der Niederländer und Demeterimker Albert Muller hat sich eine Milbenfalle erdacht, die einen passionierten Imker aus Östereich, Christian Schmid, so begeisterte, dass er sie gleich für seine Magazinzargen in Funktion brachte und Bilder davon ins Internet stellte.

Dort habe ich sie, auf der Suche nach alternativer Varroabekämpfung, gefunden. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Falle auch auf des Lesers Interesse stösst.

Zunächst schildere ich die Konstruktion der Falle, dann die Anwendung, ferner wie es gelang, die Milbe in die Falle zu locken, und am Ende, was man mit dem Volk nun alles machen kann.

Konstruktion der Falle:

Die Falle besteht im Prinzip aus zwei Holzrahmen, die mit unterschiedlichen Gitterrosten versehen sind. Das obere Gitter ist das normale Varroakontrollgitter, das untere ist so feinmaschig, 0,2mm, dass keine Milbe durchdringen kann. Der Hohlraum misst 2,5 cm. Ferner hat der Doppelrost eine Öffnung (Flugloch) nach draussen.

Anwendung:

Ein Bienenvolk, nach Möglichkeit auf zwei Zargen sitzend, wird nach geschlossener und offener Brut aufgeteilt. Die geschlossene Brut wird mit allen ansitzenden Bienen in die obere Zarge mit genügend Futter (zwei Honigwaben) einlogiert. Darüber wird eventuell eine Futterzarge aufgesetzt und mit dem Deckel verschlossen. Unter die Zarge mit geschlossener Brut kommt nun die Falle so gelegen, dass das grobe Varroagitter zuoberst ist.

Unter diese obere Volksgruppe mitsamt der Falle setzt man die Zarge mit dem Anteil Bienen der offenen Brut und dazu die Königin. Hier wird die Zarge mit Mittelwänden aufgefüllt. Darunter kann man nun noch einen Honigraum bereitstellen und ergänzend den dazugehörende Boden mit dem Flugloch.

Hat man nun das Volk so aufgeteilt, so verbindet die beiden Volksgruppen die gleiche Stockluft und der Bienenbetrieb läuft ungestört weiter. Die Sammlerbienen von der oberen Zarge fliegen wieder wie gewohnt in die untere Zarge ein, zurück zur Königin, wie man es bei einem Flugling auch praktiziert.

Die Ammenbienen im oberen Raum geniessen ja die gleiche Stockluft wie bisher und kümmern sich dank des gleichen Millieu weiter ausschliesslich um die Brut, bis sie schlüpft. Mit der schlüpfenden Brut dringt die ganze neue Milbenpopulation auch aus der Zelle. Sie lassen sich nun nur von einem Instinkt leiten: Wo ist offene Brut! Dazu wandern sie gezielt in Richtung Falle zur unteren Zarge, wo es durch die legende Königin immer offene Brut hat. Sie bleiben dann aber in der Falle hängen und verhungern. Die Milbe orientiert sich ausschliesslich über den Geruchssinn. Zusätzlich ist das vordere Beinpaar mit einem Tastsinn ausgestattet, damit können sie den Unterschied zwischen Drohnenzelle und Arbeiterbienenzelle tastend unterscheiden.

Wie fand man heraus, wie die Milbe reagiert?

Versuche haben erwiesen, dass die Varroamilbe genau auf den Duft einer fünfeinhalb Tage alten Made programmiert ist. Das bedeutet, jetzt muss die Milbe in die Zelle einwandern, weil sie noch gleichen Tages zugedeckelt wird. Genauso nach dem Duftverfahren weiss vermutlich auch die Ammenbiene, nun ist der Moment gekommen, die Made muss sich verpuppen, jetzt wird zugedeckelt. (Es sei hier nochmals erwähnt: Ei drei Tage, Made sechs Tage, Puppe 12 Tage, gesamte Entwicklung der Honigbiene 21 Tage.)

Mit einem logischen, aber klug ersonnen Test kamen die Forscher zu folgender Erkenntnis. Es wurden die 5 ½ Tage alten Maden den Zellen entnommen, mit wenig Wasser gebadet, das Wasser konzentriert und auf den Mittelring einer Kreisschablone angebracht. Nun applizierte man einige Milben, die dann alle zielstrebig auf dieses Konzentrat zuliefen. Gelangten sie über diesen Bereich hinaus, kehrten sie sofort wieder zum Konzentrat zurück.

Offenbar ist es so: Solange eine Milbe den Duft offener Brut wahrnimmt, steigt sie nicht auf Bienen auf. Der Vermehrungstrieb überdeckt alle anderen Überlebensstrategien. Erst im Herbst, wenn keine Brut mehr vorhanden ist, sitzt sie den Bienen an und zehrt von ihrer Hämolymphe.

Dieses Verhalten der Milben hat Imker Albert Muller für seine Falle ausgenützt.

Dem Bericht zu Folge wird diese Anwendung nur jeweils einmal an einem Volk durchgeführt, vermutlich nach der Frühlingshonigernte. Jedenfalls dann, wenn man Verdacht auf viele Milben hat und noch keine Säurebehandlung anwenden konnte. Auch ist es wohl sinnvoll, diese Methode vor dem Schwarmdrang anzuwenden, in dem Zeitfenster von Ende April bis Mitte Juni. Sehr wahrscheinlich kann das Schwärmen dadurch auch verhindert werden.

Zum Schluss sei noch erwähnt wie man nun mit dem von der Varroa entlasteten Volk vorgehen soll. Es drängen sich verschiedene Möglichkeiten auf:

  1. Da der obere Volksteil sich jetzt eher weisellos fühlt, kann man ihm eine Königinzelle oder eine neue Königin zusetzen , somit ist ein Jungvolk gewonnen, das man auf einen anderen Stand bringt.
  2. Genau so gut kann man das Volk wieder vereinen, da sie sich durch die gleiche Stockluft noch zueinander zugehörig fühlen. Ein starkes Volk bringt mehr Honig.
  3. Auch eignet sich dieser obere Teil als ein Brutableger zum Ziehen von Zuchtköniginnen.

Bemerkungen: Der Nachteil dieser Methode ist das Auseinanderreissen des Brutnestes und die etwas umständliche Handhabung der Falle. Aber doch eher besser einzustufen als das Bannwabensysem.

 

Neue Varroa-Behandlung von Bayer

Eine neue Entwicklung gegen die Varrose ist von Bayer entwickelt, “das Varroa-Gate”. Hier werden nur die Flugbienen beim Ein-und Ausflug mit einem Produkt in Kontakt kommen, das die Varroa abtötet. Der Erfolg soll enorm sein, aber leider gibt es im Wachs sowie auch im Honig mit der Zeit Spuren dieses Milbengiftes.
Ohne Schaden fürs Bienenvolk ist die Bekämpfung der Varroa mit dem Brutstopverfahren!
Im Trend ist heute einen Brutstop im Volk mit Hilfe einer Bannwabe einzuleiten. Siehe den ausgezeichneten Kurzfilm von drei Minuten unter dem Titel: Doublex- Wabentasche. Besser geht es nicht! Weitere Informationen erhält man unter: www.varroacontroller.com/dwt. Biologischer geht es nicht! 90% aller Milben werden damit beseitigt und die Winterbienen können gesund geboren werden. Auch Bannwaben sind eine gute Sache.

Neu Lithium-Chlorid Hohenheimerforschung

Die neueste Forschung in Hohenheim bei Stuttgart hat herausgefunden, das Lithium-Chlorid, welches am Menschen gegen Depressionen und Schizophrenie eingesetzt wird, auch gegen die Varroamilbe ein frappant hochwirksames Mittel ist, das schnell zum Tod führt. Das Vorgehen ist folgendermassen. Lithium wird dem Bienenfutter beigegeben und gelangt so in die Hämolymphe der Biene. Die Varroamilbe saugt und lebt von der Bienen-Hämolymphe und vergiftet sich an dem darin gelösten Lithium. Offenbar soll es der Biene nicht schaden. Ich mache da aber ein Fragezeichen, weil diese Mittel auf Lithiumbasis dem Menschen auf die Dauer Schaden zuführen. Auch befürchte ich, dass es die Hirnleistung der Biene eindämmt, sodass sie ihre Aufgaben vernachlässigt. Der Versuch bis zur definitiven Anwendung dauert aber noch zwei Jahre.