Erfahrungen

Neue Erfahrungen

Die Varroagitter sind eigentlich eine Fehlkonstruktion, denn der Gmüll rieselt durch und die Bienen haben nichts mehr damit zu tun. Das Gemüll zieht Ameisen und Wachsmotten an.

Früher hatte ich ein Magazin mit geschlossenen Boden, der immer von den Bienen ganz sauber gehalten wurde. Mancher verlorene Pollen und manche Wachsschuppe wurde wieder aufgesammelt und verwertet, ferner wurde die ganze Milbenschaft am Boden herausgetragen. Das Putzverhalten wurde gefördert. Der ehemalige Schweizer Kasten und alte Magazine hatten den geschlossenen Boden. Heute gibt es bereits wieder Modelle, die ein Brett zum Einlegen haben, das nur für die Milbenkontrolle zeitweise entfernt wird. Siehe Varroakontrollgitter!

Die Milbe ist nicht ausrottbar, man muss lernen damit zu leben und den Menschen sowie die Biene nicht so sehr durch sie unter Stress stellen.

Wenn man nach der Honigernte vor die freistehenden Bienenmagazine eine Bodendeckermatte bis zur Einwinterung auslegt, bekommt man eine gute Uebersicht über den Totenfall der Sommerbienen. Setzt er früh ein, sieht es schlecht um das Volk aus!

Im Oktober 2016 konnte ich beobachten, dass ein Volk weisellos geworden war. Da ich keine Königin vorrätig hatte, überliess ich es dem Schicksal. Die Bienen starben langsam aus. Am Boden vor der Beute lagen täglich mehr tote Bienen. Im Stock konnte ich bei einer Spätkontrolle nichts krankhaftes entdecken. Alles war im Topzustand, vom Geruch über die Honigreserven war alles in gutem Zustand, aber verlassen. So kann das Leerfliegen eben auch geschehen, es muss nicht immer die Milbe Schuld sein. Ich wollte auf den Winter zu das Volk nicht mit anderen vereinen, auch nicht abfegen. Mich interessierte der natürliche Verlauf.

In der heutigen Imkerpraxis  sollten die Bienenvölker mindestens alle zwei Jahre (besser jährlich) ihre Königinnen ausgewechselt bekommen.Die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Königinnen hat durch Pestizide, Funghizide, Monokulturen aber auch durch Ameisensäure, Oxalsäurebehandlungen und die Varroamilbe längst nicht mehr die Lebens- und Legekraft, wie sie das früher auszeichnete. Sie ist anfällig geworden! Angeblich sollte eine Königin 5-7 Jahre leben! Das ist aber vor hundert Jahren unter spezifischer Forschung so gewesen. Die Natur sieht es anders vor, sie tendiert auf jährliche Erneuerung durch das Schwärmen. Auch der Schwarm wechselt meistens noch im gleichen Jahr die Königin mit Weiselzellen aus. Meistens nimmt das Bienenvolk rechtzeitig wahr, wenn die Königin schlapp macht und weiselt um. Allerdings sieht es schlecht fürs Volk aus, wenn das von den Bienen erst im Herbst eingeleitet wird. Dann hilft nur Volkabfegen, Vereinen und eine neue Königin ergattern.

Die Fütterung mit Knobi-Od wird von den Bienen begierig angenommen. Rückstände des Geschmackes von Knoblauch sind nicht aufgetreten, der wird von den Bienen verarbeitet. In Waben eingelagertes überschüssiges Winterfutter eignet sich gut zur Weiterverwertung bei Schwärmen, Ablegern oder Jungvölkern. Aber der Erfolg ist nicht so durchschlagend, wie ich es erhofft hatte. Eindeutig aber war, das keine der anderen Bienenkrankheiten, Kalkbrut, Nosema, Faulbrut, Sauerbrut aufgetreten sind. Weil das Knobi-Od den Bienen so gut schmeckt, zieht es Räuberei an. Unbedingt das Flugloch einengen.

 Der Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel (Berlin)

hat mit seinen Forschungen an Bienen herausgefunden, dass Neonicotinoid ein Nervengift ist. Da es wasserlöslich ist, kann es sich vom Saatkorn, das damit umhüllt wurde (gebeizt), über die ganze Pflanze inclusive Pollen und Frucht ausdehnen. Das hat drastische Folgen. Ein Saatkorn, dass nicht unter die Erde kam (oft sind es unzählige), wird vom Regen abgespült, füllt sich in einer Wasserlache, daraus trinken Insekten und Kleintiere, die dadurch alle dem Tode geweiht sind, weil hier die Konzentration des Giftes zu hoch ist. Die gelösten Stoffe geraten ins Grundwasser, in Bäche und Flüsse. Das Plankton stirbt ab, der Fisch nimmt davon auf und der Giftstoff gelangt in die Nahrungskette des Menschen. Die Biene, die den Pollen heimträgt überlebt vorerst, aber sie verliert ihren Orientierungssinn, findet oft den Weg in den Stock nicht zurück, macht keinen Schwänzeltanz mehr und ist antriebslos, wie ein Drogensüchtiger. Da es sich um die Flugbienen handelt, und ihr Sterben nicht auffällt, denn ihre Lebenszeit ist bald abgelaufen, gilt das Mittel als Bienen-tauglich. Wie viele Mikroorganismen in der Erde dem Gift erliegen, ist noch nicht erforscht. Vermutlich ist der Maisacker biologisch bald ein totes Feld.

Dramatische Folgen hatte ein Bauer in Deutschland ausgelöst, der seine behandelten Saatkörner bei trockenem Wetter und bei starkem Wind maschinell ausbrachte. Die Saatkörner verloren die Giftstoffe durch Reibung beim Säen und der Wind trug im grossen Umkreis eine Giftwolke auf alle Pflanzen. Es starben unzählige Völker in weitem Umkreis durch diesen unsachgemässen Prozess! Daraufhin wurden erstmals die Neonicotinoide verboten. Aber man ist drauf und dran sie wieder zuzulassen. Der Bauer verlangt wieder darnach, weil der Ausfall guter Ernten für ihn spürbar sind!

Schwarmeinlogierung

Die Einlogierung eines Schwarmes ist naturgerechter, wenn man den Schwarm vor der Beute ausleert und auf einer Holzrampe (oder Tuch) einlaufen lässt, als wenn man den Schwarm direkt von der Schwarmkiste ins Magazine schüttet. Es braucht etwas mehr Zeit und Geduld, aber es ist gleichzeitig ein wunderbares Spektakel diese Dynamik mitzuerleben. Das Sterzeln, den Schwänzeltanz, die ganze Kommunikation zu beobachten bereitet dem Imker Freude. Anders ist es beim Kunstschwarm. Da ist der Zusammenhalt unter den Bienen noch nicht so gefestigt. Man legt ihn auf die Wabengassen des Magazin`s auf, den Zusetzerkäfig mit Königin beigegeben und das Füttern nicht vergessen!

Kunstschwarm

Jeder Imker, der von den Bienenvölkern Honig aberntet, hat die Gelegenheit mit den ansitzenden Bienen auf den Honigwaben und Abwischen derselben einen oder mehrere Kunstschwärme anzulegen. Die Bienenmasse sollte  1,1/2 Kg oder mehr wiegen. Da die Jahreszeit zu diesem Zeitpunkt oft schon vorgerückt ist und die Vegetation nicht mehr viel Tracht anzubieten hat, muss man unbedingt für eine gute Futterzufuhr sorgen. Ich hatte 2018 mit Erfolg einen Kunstschwarm angelegt und den Futtervorrat zu knapp berechnet. Da ich 14 Tage keine Möglichkeit hatte, das neue Volk zu kontrollieren, war es mir inzwischen fast verhungert. Ich fand am Flugloch kaum Tätigkeiten vor, auf den Waben war kein geordneter Zusammenhalt festzustellen, das halbe Volk lag tot am Beutenboden, alle Bienen waren lahm und die Königin wurde nicht umlagert. Jetzt war schnelles Handeln geboten, wollte ich doch mindestens die neue begattete Königin retten. Sofort gab es eine Honigladung, dazu Futterteig, später noch Zuckerlösung. Und siehe da, alle übriggebliebene Bienen erholten sich zusehends. Um aber den Bienenbestand im Volk zu erhöhen, verrutschte ich das Nachbarvolk auf dem selben Stand und setzte an seinen ursprüngliche Platz den dezimierten Kunstschwarm. Nun war es eine Beglückung zu sehen, wie Flugbienen einflogen und kaum auf Widerstand stiessen. Eine spätere Kontrolle zeigte mir ein beachtlich gewachsenes, reorganisiertes, gerettetes Volk. Wichtig ist auch zu wissen, dass man dem Volk nicht zu viel Raum gibt, sondern es mit dem Schied einengt, um den Zusammenhalt zu fördern.

Völker erstarken mit Knobi-Od